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    Höhere staatliche Ausgaben führen in den nächsten drei Jahren zum Inflationsanstieg

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    MOSKAU, 25. Juli (RIA Nowosti). Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel Russlands hat die Inflationsprognose für den Zeitraum 2006-2008 im Zusammenhang mit der Erhöhung der staatlichen Ausgaben höher angesetzt. Das teilte der Direktor eines Departements des Ministeriums, Andrej Klepatsch, am Montag mit.

    Laut dem Experten wurde die Obergrenze des Inflationskorridors um 0,5 Prozent angehoben. So wird im Jahr 2006 mit einer Inflationsrate von 7,0 bis 8,5 Prozent (ursprünglich waren es 7,0 bis 8,0 Prozent) gerechnet. Im Jahr 2007 ist ein Preisanstieg von 6,0 bis 7,5 Prozent (ursprünglich sechs bis sieben Prozent) zu erwarten. Im Jahr 2008 sollen die Verbraucherpreise um 4,0 bis 5,5 Prozent wachsen.

    Wie der Finanzminister Russlands, Alexej Kudrin, bereits früher mitteilte, wurde der Inflationskorridor auch für das Jahr 2005 erweitert. Gerechnet wird mit zehn bis elf Prozent. (Im vergangenen Jahr lag die Inflationsrate bei 11,7 Prozent.)

    "Unter den im Szenario festgelegten Bedingungen (der sozial-ökonomischen Entwicklung Russlands in der mittelfristigen Perspektive) erhalten wir weiterhin die Einstellung auf ein hartes Inflationstempo", sagte der Experte.

    Um die Inflation zu bremsen, sei es vor allem notwendig, so Klepatsch weiter, den Anstieg der Tarife der natürlichen Monopole hart einzuschränken sowie das Wachstumstempo der Tarife für die Wohn- und Kommunalgebühren fast um die Hälfte zu senken.

    Die Letzteren dürfen laut dem Experten nicht über 15 bis 20 Prozent liegen, während im Ergebnis dieses Jahres ein Wachstum der Tarife in der Wohn- und Kommunalwirtschaft um 30 Prozent zu erwarten sei.

    Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel hat auch die Prognose des BIP-Wachstums für die nächsten drei Jahre erhöht. So soll das BIP im Jahr 2006 um 5,8 Prozent, im Jahr 2007 um 5,9 Prozent und im Jahr 2008 um sechs Prozent wachsen.

    "Die gegenwärtige Dynamik gestattet es, noch in diesem Jahr sechs Prozent zu erreichen. Aber wir gehen von einer gemäßigt optimistischen Einschätzung aus", sagte Klepatsch. Er erklärte dies damit, dass sich das Wachstum der Erdöleinnahmen nicht direkt in ein Investitionswachstum verwandelt. Zurzeit sei auch ein beschleunigtes Wachstum der Importe und ein Sinken der Konkurrenzfähigkeit der einheimischen Produzenten zu beobachten, bemerkte er.

    "Es gibt Chancen dafür, dass das Wachstumstempo höher (als 5,9 Prozent) sein wird, aber es gibt auch das Risiko, dass es darunter liegen wird", sagte Klepatsch.