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    “Nowyje Iswestija“: Jelzin könnte zur Politik zurückkehren

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    MOSKAU, 27. Juli (RIA Nowosti). Einige Experten beeilen sich nicht damit, den russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin abzuschreiben, der in letzter Zeit bemerkbar agiler wirkt, schreibt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch. Dies ist insbesondere damit verbunden, dass Ex-Premier Michail Kasjanow, der zum Jelzin-Clan gezählt wird, jetzt aktiver geworden ist.

    Dmitri Oreschkin, Leiter des analytischen Zentrums Mercator: In den letzten Monaten spielt Jelzin eine zunehmende Rolle. Die Abschwächung der Positionen der jetzigen Macht und die massive Enttäuschung mit deren Politik im Westen rufen die Symbole der jüngsten Vergangenheit wieder ins Leben. Das Symbolhafte der Jelzin-Epoche könnte vor dem Hintergrund der Herstellung des administrativen Kommandosystems besondere Bedeutung erlangen. Jelzin genießt weiterhin Vertrauen im Westen und kann in einem kritischen Moment direkt sagen, was er zur Situation im Lande denkt. Angesichts der Tatsache, dass der Ex-Präsident theoretisch Anspruch auf einen Machtantritt 2008 erheben darf, könnte er mit Menschen aus dieser Mannschaft immer noch konkurrieren.

    Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien: Angesichts des Ausbleibens politischer Kräfte im Lande außer der „Partei Putins“ und der „Partei Jelzins“ könnte der Ex-Präsident dazu bewogen werden, bei den Wahlen 2007 und 2008 eine Rolle zu spielen. Die in der Jelzin-Zeit reich gewordenen Oligarchen träumen von einer Revanche. Verbunden mit diesen sind auch die obersten Beamten der Jelzin-Epoche, beispielsweise Kasjanow. Wenn ein reales politisches Projekt entsteht, werden sie Jelzin bestimmt brauchen.

    Alexej Makarkin, stellvertretender Direktor des Zentrums für politische Technologien: In Russland ist eine neue Politikergeneration gekommen, die die Macht einfach so nicht hergeben wird. Außerdem ist die immer noch große Popularität von Präsident Putin damit verbunden, dass er sein Emporsteigen dem Kontrast zum Vorgänger zu verdanken hat. Das Volk, das des „Alleserlaubtseins“ müde war, akzeptierte ihn auch. Deshalb würde ich nicht von Jelzin als einer realen politischen Alternative und einem Menschen sprechen, der weiterhin Einfluss auf die Macht hat. Und einen Jelzin-Clan als einflussreiche Gruppe gibt es nicht. Die Clan-Mitglieder dienen nicht mehr den Interessen der Gesellschaft, sie dienen heute ausschließlich persönlichen Interessen.

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