21:35 20 Oktober 2017
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    “Nesawissimaja Gaseta“: Umweltschützer bremsten Realisierung des Projekts „Sachalin-2“

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    MOSKAU, 27. Juli (RIA Nowosti). Angesichts der Probleme mit Umweltschützern musste das Unternehmen Sakhalin Energy, Betreiber des Projekts „Sachalin-2“, den Bau einer Flüssiggasfabrik aussetzen.

    Analytiker schließen nicht aus, dass die Aktivitäten der Umweltschützer nur ein Instrument im überaus harten Konkurrenzkampf um die Naturressourcen der Insel Sachalin sind, schreibt die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Das Sachaliner Gebietsgericht erklärte das positive Gutachten der staatlichen Ökologiebehörde für den Bau einer Anlegestelle in der Aniwa-Bucht für ungültig. Nicht ausgeschlossen, dass diese Gerichtsentscheidung zu einer Revision nicht nur der „Investitionskomponente“ des Projekts, sondern auch des Termins für die Inbetriebnahme der Pipeline (als Endtermin gilt 2008) führen wird.

    Zweifellos kann diese Situation die Investoren (Royal Dutch/Shell mit 55 Prozent, Mitsuis Tochter Sakhalin Holdings B. V. mit 25 Prozent und Mitsubishis Tochter Diamond Electric Sakhalin B. V. mit 20 Prozent) nicht zufrieden stellen, umso mehr als die Ressourcen, die im Rahmen des Projekts gefördert werden sollen, bereits zu einem großen Teil mit Lieferverträgen gebunden sind.

    Vor kurzem unterzeichnete Shell ein Memorandum mit dem russischen Gasmonopolisten Gasprom über den Tausch des Anteils am „Sachalin-2“-Projekt (25 Prozent plus eine Aktie) gegen das Recht auf die Beteiligung am Abbau eines Vorkommens in Westsibirien. Dieser Schritt des britisch-holländischen Unternehmens könnte vom Wunsch diktiert sein, sich angesichts der ständigen Probleme für das Projekt die Unterstützung eines großen russischen Staatsunternehmens zu sichern. Laut japanischen Medien ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Mitsui und Mitsubishi ähnliche Schritte unternehmen werden, schreibt die Zeitung.

    Analytiker schließen das Moment des Konkurrenzkampfes zwischen zahlreichen Sachalin-Projekten hinter den „Umweltproblemen“ des Projekts „Sachalin-2“ nicht aus. Zu betonen ist, dass die Beteiligung des amerikanischen Kapitals am „Sachalin-1“-Projekt recht hoch ist. Da aber die beiden Projekte den Export fossiler Rohstoffe an Länder des Asiatisch-Pazifischen Raums vorsehen, ist der Wunsch der USA nicht auszuschließen, dass die Ressourcen von „Sachalin-2“ an die mit ihnen konkurrierenden Märkte in Japan, Korea und insbesondere in China kommen, stellt die Zeitung abschließend fest.

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