16:58 20 Januar 2017
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    "Kommersant": Der Staat hat jetzt einen Weg zum Gasprom-Kontrollpaket

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    MOSKAU, 1. August (RIA Nowosti). Die Staatsstrukturen haben einen Mechanismus für den Erwerb jener Gasprom-Aktien entwickelt, die heute für die Bildung eines Gasprom-Kontrollaktienpakets in den Händen des Staates noch fehlen, schreibt die Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Montag.

    Es gilt, dass der Staat bereits mehr als 50 Prozent der Aktien des Gasmonopolisten besitzt, weil zu den dem Staat gehörenden Papieren traditionsgemäß 0,89 Prozent der Aktien zugerechnet wurden, welche dem Unternehmen Rosgasifikazija gehören (laut Vollmacht verwaltet es die dem Staat gehörenden Aktienpakete in den Gasverteilungsstellen Russlands). Diese Staatsanteile mitgerechnet, kommt allerdings heraus, dass der Staat real nur 49,776 Prozent der Gasprom-Aktien verwaltet. Um aber die restlichen Gasprom-Aktien zu bekommen, die Rosgasifikazija gehören, muss man entweder die Staatsanteile des Unternehmens von 74,5 auf mehr als 99 Prozent vergrößern oder es durchsetzen, dass dieses Unternehmen seine Papiere verkauft, beispielsweise an Rosneftegas (wurde vom Staatsunternehmen Rosneft zur Realisierung des Umtauschs von Aktiva mit Gasprom gegründet).

    Um aber den Beschluss über ein derart großes Geschäft zu fassen (0,89 Prozent der Gasprom-Aktien kosten nach dem heutigen Stand rund 19 Milliarden Rubel, ein US-Dollar = 28,63 Rubel), ist eine Billigung des Geschäfts durch eine qualifizierte Stimmenmehrheit erforderlich, über die der Staat in Rosgasifikazija nicht verfügt.

    Wie ein Staatsbeamter meinte, will der Staat durch die Eintragung der Minderheitspakete von mehr als 50 regionalen Gasverteilungsstellen, die sich im Staatseigentum befinden, ins Stammkapital seine Rosgasifikazija-Anteile praktisch auf 100 Prozent erhöhen.

    Sergej Wassiljew, Berater des Generaldirektors von Rosgasifikazija, erklärte am Vortag gegenüber der Zeitung, dass das Problem eines Umtauschs der Aktiva mit dem Staat bereits seit langem diskutiert wird. Es seien unterschiedliche Schemen vorgeschlagen worden, konkrete Beschlüsse gebe es aber vorerst keine. Nach seinen Worten sei es nicht einfach, die Anteile gleichzeitig an allen diesen Unternehmen zu ändern, weil die Eigentumsstruktur in den Gasverteilungsstellen kompliziert sei.

    Der Transfer der Aktien der Gasverteilungsstellen an Rosgasifikazija könnte bereits im Herbst geschehen und würde ganz bestimmt bis zum Jahresende abgeschlossen.

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