19:01 29 März 2017
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    "Kommersant": Vogelgrippe droht russischen Geflügelfarmen mit Milliardenverlusten

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    MOSKAU, 2. August (RIA Nowosti). Die Vogelgrippe in Russland greift immer mehr um sich: Das Virus wurde in zwei weiteren Regionen - Altai und Gebiet Omsk im Süden Westsibiriens - registriert. Die Geflügelproduzenten befürchten Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    "Es wird eine Katastrophe, wenn das Virus die Gebiete Tjumen (Norden Westsibiriens), Omsk und weiter das europäische Russland erfasst", wo sich die größten Geflügelfarmen des Landes befinden, betonte Dmitri Rylko, Direktor des Instituts für Agrarmarktkonjunktur.

    Die Vogelgrippe könnte mit Hühnereiern in den europäischen Teil Russlands eindringen, weil bis zu 50 Prozent davon aus Tjumen und Krasnojarsk (Ostsibirien) gebracht werden. Sollte die Seuche die Gebiete Leningrad und Moskau erfassen, würde man praktisch alle Geflügelfabriken schließen müssen, meinen Experten.

    Die Marktteilnehmer sind der Ansicht, dass die Verluste infolge der Vogelgrippe, sollte die Seuche in die Geflügelfarmen eindringen, höher sein werden als die Investitionen in den letzten fünf Jahren, die sich auf 800 bis 900 Millionen Dollar belaufen haben.

    Infolge der Sicherheitsvorkehrungen der Geflügelfarmen - zusätzliche Desinfektion und Anwendung von Ein-Weg-Verpackungen für den Eiertransport - werden die Selbstkosten der Erzeugnisse um mehr als zehn Prozent steigen.

    "Nun werden alle Produzenten unweigerlich ihre gesamten Bestände versichern, was zu einer Vergrößerung der Produktionskosten beim Geflügelfleisch um drei bis fünf Prozent führen würde", stellt Dmitri Awelzow, Finanzdirektor der Gesellschaft "Stawropolski Broiler", fest.

    "Während wir uns davon erholen werden, werden Hühnerkeulen aus Brasilien und Amerika erneut unsere Marktnische füllen", meinte der Vertreter einer der Geflügelfarmen, der nicht genannt werden wollte. "Es wird dann komplizierter und kostspieliger sein, sie zum zweiten Mal vom Markt zu verdrängen."

    Ein sofortiger Preisanstieg für Hühnerfleisch und -eier im Einzelhandel erwarten die Marktteilnehmer nicht. Nach Ansicht von Ilja Kunkow, Vorsitzender des Direktorenrates der Geflügelfarm Sinjawinskaja, werden die Preise "im Herbst und im Winter bestimmt anwachsen."

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