10:44 22 Juli 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    "Wedomosti": Sonderwirtschaftszone für Volkswagen im Moskauer Umland geplant

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 7 0 0
    MOSKAU, 3. August (RIA Nowosti). Das Gebiet Moskau will bis zum Schluss um das Recht kämpfen, sein Territorium für den Bau eines Volkswagen-Werks zur Verfügung zu stellen. Die Behörden der Region schlagen vor, eine Sonderwirtschaftszone für den Konzern zu schaffen. Beamte auf der Föderationsebene sind allerdings vorerst nicht bereit, die Initiative des Moskauer Gebiets zu unterstützen schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Der VW-Konzern schaut bereits seit mehreren Jahren aufmerksam nach Russland. In der russischen Regierung und im Konzern selbst wurden mehrmals Modelle, die VW in Russland herstellen könnte, wie auch Zahlen für die mögliche Jahresproduktion genannt - von 50 000 bis 200 000 Stück. Das einzige, was bei den Gesprächen unverändert bleibt: Der Konzern werde seinen Betrieb in Stupino bei Moskau bauen.

    Wie Juri Schdanow, Chef der erst vor kurzem gebildeten Föderalen Agentur für die Verwaltung der Sonderwirtschaftszonen, am Dienstag mitteilte, habe die Region einen vorläufigen Antrag auf die Schaffung einer Industrieproduktionszone für die Montage von Autos ausländischer Produktion eingereicht. "Das wichtigste besteht für uns darin, VW dazu zu bringen, den Betrieb gerade bei Moskau zu bauen", gibt Norair Bludjan, Vizeverkehrsminister des Moskauer Gebiets, zu. "Deshalb wollen wir ihm mehrere Möglichkeiten zur Wahl anbieten."

    Schdanow entgegnete allerdings: "In dem Fall würde der Autokonzern Präferenzen bekommen, die den Firmen Ford, Renault und Toyota nicht geboten wurden, als diese nach Russland kamen." Diesen Standpunkt teilte auch ein Vertreter des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel gegenüber der Zeitung.

    Nach Ansicht von Experten hat das Moskauer Umland keinen schlechten Köder für Volkswagen gefunden. "In einer Sonderwirtschaftszone könnte VW die Möglichkeit bekommen, alle Zulieferteile und Ausrüstungen zollfrei einzuführen", stellt Konstantin Pawlowitsch, Manager der Buchprüfungsgesellschaft Energy Consulting, fest. Außerdem könnte der Konzern mit einer vierprozentigen Reduzierung der Gewinnsteuer und Vergünstigungen bei der Besitzsteuer rechnen. Wjatscheslaw Smoljaninow, Analytiker der Finanzgruppe UralSib, stellt fest, die Amortisationszeit des VW-Projekts könnte um die Hälfte gekürzt werden, geht man von einer Jahresleistung von 50 000 Autos aus.

    VW gehört zu den größten Autoherstellern Europas. 2004 wurden 5,1 Millionen VW-Autos verkauft. Der Erlös machte 121,3 Milliarden und der Reingewinn 923 Millionen Dollar aus. Im 1. Quartal dieses Jahres verkaufte der Konzern 2597 Autos in Russland.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren