10:44 22 Juli 2017
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    "Wremja Nowostej": Zweiter Lukoil-Misserfolg am Kaspisee

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    MOSKAU, 3. August (RIA Nowosti). Der Konzern Lukoil hat kein Erdöl im Vorkommen Tjub-Karagan am Kaspisee entdeckt. Dies ist bereits der zweite Misserfolg des größten russischen Ölunternehmens am Kaspisee, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Mittwoch.

    Tjub-Karagan wird auf der Grundlage eines 40-jährigen Product-Sharing-Vertrags erschlossen, der im Januar 2004 zwischen Lukoil und der kasachischen staatlichen Öl- und Gasgesellschaft Kasmunaigasom geschlossen wurde. Vorgesehen ist eine 50:50-Beteiligung.

    Laut Prognosen wurden die geologischen Ressourcen von Tjub-Karagan auf 324 Millionen Tonnen Öl geschätzt. Die maximale Jahresförderung sollte bei rund sieben Millionen Tonnen liegen. Alle Ausgaben der Erkundungsperiode bis zur Entdeckung kommerziell bedeutender Ölvorräte hatte die russische Seite zu tragen. Lukoil erlitt aber einen Misserfolg.

    Nach Angaben von Rauf Gussejnow, Analytiker der internationalen Informations- und Presseagentur Argus, hat Lukoil gemäß dem Abkommen mit der kasachischen Seite zwei Erkundungsbohrungen auf Tjub Karagan niederzubringen. Er schloss aber nicht aus, dass das Unternehmen eine Konventionalstrafe zahlen und versuchen wird, aus dem Vertrag auszusteigen. Nach seinen Worten entspricht die von den Behörden geforderte Größe der Konventionalstrafe im Regelfall dem Etat einer Bohrung, nämlich einige dutzend Millionen Dollar. Dennoch ziehen es die Holdings vor, diesen Betrag zu zahlen und nicht weiter zu riskieren, weil man im Endeffekt leicht mehr verlieren könnte.

    Der Zeitung zufolge hat Lukoil diesbezüglich noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

    Die Gesellschaft versucht allerdings bereits, aus einem anderen Projekt am Kaspisee auszusteigen. Sie erschließt das Vorkommen D-222 (Jalama) auf dem aserbaidschanischen Schelf. Im vergangenen Jahr bagann Lukoil mit der ersten Bohrung, musste sie aber wegen technischen Schwierigkeiten einkonservieren. Im Frühling dieses Jahres machte das Unternehmen eine andere Bohrung anstelle der einkonservierten, stieß dabei aber nicht auf Öl.

    Der Lukoil-Partner in diesem Projekt - die Staatliche Ölgesellschaft Aserbaidschans - fordert indessen, die Arbeit fortzusetzen.

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