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    Experte rechnet 2005 mit 11-prozentiger Inflation in Russland

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    MOSKAU, 03. August (RIA Nowosti). Experten der Regierung Russlands schließen nicht aus, dass die Inflation in Russland in diesem Jahr elf Prozent übersteigt, sollten keine komplexen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung getroffen werden. Das erfuhr RIA Nowosti am Mittwoch aus Quellen im Kabinett im Vorfeld einer Kabinettssitzung zu den Ergebnissen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Russlands im ersten Halbjahr 2005.

    Allein schon in den ersten sechs Monaten sei die Inflation auf acht Prozent geklettert, während die Teuerungsrate im gleichen Zeitraum des Vorjahres bei etwas mehr als sechs Prozent lag. 2004 war in Russland eine Inflation von 10,7 Prozent registriert worden.

    Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel Russlands hatte kürzlich seine Inflationsprognose für 2005 von 7,5 bis 8,5 Prozent auf 11 Prozent geändert.

    Zu den wichtigsten Faktoren, die die Inflation anpeitschen, zählte der Experte der Regierung die Erhöhung von Tarifen für Leistungen natürlicher Monopole und für Kommunalleistungen, aber auch die Erhöhung der Preise für Lebensmittel, die im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 fast um 50 Prozent anzogen. Dabei schossen die Preise für Obst und Gemüse um mehr als 40 Prozent in die Höhe.

    Der Gesprächspartner nannte diese Zahlen besorgniserregend und erinnerte daran, dass die zuständigen Ministerien und Ämter bereits im Mai angewiesen worden waren, komplexe Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation auszuarbeiten. Die Vorschläge wurden von der Regierung erörtert und sollen nun vervollkommnet werden. "Es ist einstweilen schwer zu sagen, in welchem Maße die geplanten Schritte die Inflation eindämmen werden", sagte der Experte.

    Zudem hatte das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel mehrmals Empfehlungen zur Eindämmung der Tarife der natürlichen Monopole gegeben. Aber bislang wurden keine konkreten Vorschläge ausgearbeitet. Aus diesem Grund trugen die höheren Tarife im ersten Halbjahr zum Anstieg der Inflation bei, betonte der Experte.

    Die Regierung ist nach seinen Worten auch mit dem Wachstumstempo in der russischen Wirtschaft im ersten Halbjahr unzufrieden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs in dieser Zeit um 5,6 Prozent gegenüber 7,7 Prozent in den ersten sechs Monaten 2004.

    Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel sei mehrmals angewiesen worden, einen Komplex von Maßnahmen zur Aktivierung von Faktoren auszuarbeiten, die für das Wirtschaftswachstum unabdingbar sind. Aber das Ministerium ersuchte die Regierung erneut um eine Verschiebung. Die Experten des Ministeriums sind der Ansicht, dass man sich dieses Problems erst nach der Bestätigung des Haushaltsentwurfs für 2006 annehmen sollte (die entsprechende Kabinettssitzung ist für den 18. August geplant). "Wir glauben aber, dass dies noch vor der Bestätigung der Etatvorlage getan werden muss", sagte der Gesprächspartner.

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