05:25 24 April 2017
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    "Nesawissimaja Gaseta": Um den Bankrott zu vermeiden, könnte Yukos ganz verkauft werden

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    MOSKAU, 4. August (RIA Nowosti). Russische Experten erklärten die aggressive Kampagne im Westen zur Schuldeneintreibung bei der Ölgesellschaft Yukos mit dem Streben der Gläubiger, das Unternehmen bankrott zu machen, um zumindest etwas zurückzubekommen. Ein solches Szenario ist dennoch wenig wahrscheinlich, eher wird Yukos als ganzes an eine beim Kreml akkreditierte Gesellschaft verkauft, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das Gericht von Texas sollte am Vortag die Klage eines westlichen Bankensyndikats behandeln, bei der es um die Beitreibung von Yukos-Schulden in Höhe von 482 Millionen Dollar ging. Einen Monat zuvor war einer ähnlichen Klage vom Hohen Gericht Londons stattgegeben worden.

    Nachdem das Staatsunternehmen Rosneft die Firma Yuganskneftegas, die wichtigste Yukos-Tochtergesellschaft, gekauft hat, gab es mehr als genug Möglichkeiten, andere Aktiva des in Ungnade gefallenen Unternehmens zu verkaufen, stellte Dmitri Zaregorodzew, Analytiker der Investmentgesellschaft Rye, Man & Gor Securities, fest. Angesichts der recht hohen Steuerschulden wurde die Yukos-Tochter nicht ausverkauft.

    Zu dem Zeitpunkt waren alle Yukos-Aktiva inoffiziell unter konkreten Gesellschaften verteilt. Käufer gab es zwar genug, der Ausverkauf begann dennoch nicht.

    "Meines Erachtens geschah das deshalb nicht, weil alles auf einen Yukos-Verkauf als ganzes hinausläuft", fügte Zaregorodzew hinzu. Die Verzögerung mit dem Verkauf ist damit verbunden, dass die Preisfrage äußerst sorgfältig behandelt wird. Dies ist die einzige Erklärung, die das Bild verständlich macht.

    Wird Yukos in der jetzigen Form als Ganzes den Besitzer wechseln, wird der neue Besitzer einen Konkurs nicht zulassen. Deshalb wird der neue Besitzer sicherlich aus dem Kreis der machtloyalen Geschäftsleute kommen. Nach Ansicht des Analytikers wird das entweder ein Staatssyndikat oder einer der beim Kreml akkreditierten Geschäftsleute sein.

    Was die Chancen der ausländischen Gläubiger anbelangt, ihr Geld zurückzubekommen, so sind diese recht gering. "Yukos hat kein Geld", so der Experte. Das Maximum, womit das Syndikat rechnen könnte, wäre die Forderung nach dem Erlös vom Verkauf der Yukos-Aktiva."