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    "Kommersant": Rechnungshof legt TNK-BP Steuerhinterziehung zur Last

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    MOSKAU, 4. August (RIA Nowosti). Der Rechnungshof der Russischen Föderation hat am Mittwoch die russisch-britische Ölgesellschaft TNK-BP beschuldigt, sie erfülle die Bedingungen der Lizenzabkommen zu einer Reihe von Vorkommen nicht und mache von Transferschemen zur Steuerhinterziehung Gebrauch. Im Unternehmen selbst werden diese Anschuldigungen als grundlos bewertet, schreibt die Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Wie der Buchprüfer Wladimir Panskow mitteilte, habe der Rechnungshof einen Brief an die Föderale Steuerbehörde gerichtet, wonach TNK-BP 2004 und Anfang 2005 bestimmte Steuerhinterziehungsschemen angewandt und dazu Preise zu niedrig angesetzt habe.

    So habe TNK-BP zwei Unternehmen mit einem Stammkapital von je rund drei Millionen Rubeln auf dem Territorium des Gebiets Tjumen gegründet, an die die Förderbetriebe Öl zu niedrigeren Preisen liefern. Danach verkaufen diese Unternehmen das gleiche Öl zu einem üblichen Preis an Ölraffinerien. Auf diese Weise erhielten diese beiden Unternehmen 2004 einen Gewinn in Höhe von 84 Milliarden Rubel. Dabei nutzen sie im Gebiet Tjumen eine vierprozentige Ermäßigung der Gewinnsteuer. Auf diese Weise stieg der Reingewinn um weitere 4,2 Milliarden Rubel.

    "Aus irgendeinem Grund wird das von der Föderalen Steuerbehörde ignoriert", so Panskow.

    Bei TNK-BP wird indessen behauptet, dass die Bildung der Transferpreise, die die Gesellschaft anwendet, legitim sei, es liege keine Steuerhinterziehung vor. Wie es im Unternehmen ferner hieß, habe es diesbezüglich vorerst keine Forderungen der Steuerbehörden gegeben.

    Wie das Blatt feststellt, richtete der Rechnungshof eine weitere Klage an das Ministerium für Naturressourcen. Darin wird darauf hingewiesen, dass TNK-BP u. a. seine Lizenzverpflichtung hinsichtlich der Inbetriebnahme des Ölvorkommens Malosiktorski im Autonomen Bezirk der Chanty und Mansy in Westsibirien nicht eingehalten hat.

    Außerdem weisen die eingesetzten Bohrlöcher bei TNK-BP wesentlich geringere Zahlen auf als bei den Unternehmen Surgutneftegas oder Tatneft. "Durchschnittlich 30 Prozent der Bohrlöcher des Unternehmens stehen still, bei den Förderunternehmen, die zur TNK-BP-Gruppe gehören, sind es 50 Prozent der Bohrungen. Etwas Ähnliches haben wir sonst nirgendwo gesehen. Ich denke, diese Zahlen sollten Besorgnis hervorrufen."

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