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    Ratingagentur Fitch rechnet in nächster Zeit mit besseren Finanz- und Wirtschaftswerten in Russland

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    LONDON, 04. August (RIA Nowosti). Die internationale Ratingagentur Fitch rechnet in nächster Zeit mit einer Verbesserung der Finanz- und Wirtschaftswerte in Russland. Das sagte Sharon Raj, Direktorin der Analystengruppe von Fitch, am Donnerstag in einer Telekonferenz.

    "Unter Berücksichtigung des prognostizierten Anstiegs der Ölpreise gehen wir davon aus, dass es der russischen Regierung gelingt, diese Eckwerte noch weiter zu verbessern. Fitch schätze die Finanzpolitik der Regierung Russlands, so die vorzeitige Rückzahlung von Schulden beim Pariser Club der Gläubigerländer, positiv ein.

    Zuvor hatte Fitch die Bonitätsnoten für langfristige russische Staatspapiere in Inlands- und Fremdwährung von zuvor "BBB-" auf "BBB" angehoben. Das "F3"-Rating für kurzfristige Papiere wurde bestätigt. Der Ausblick aller Ratings ist "stabil".

    "Bei unserer Entscheidung ließen wir uns in erster Linie von der beachtlichen Verbesserung der Finanzeckwerte in Russland leiten", fuhr Raj fort. Der Fortschritt sei sogar deutlicher gewesen als vor der vorangegangenen Erhöhung der Bewertung im Vorjahr.

    Die Expertin erinnerte daran, dass die hohen Ölpreise, die besser gewordenen Steuereinnahmen und die verhältnismäßig geringen Ausgaben es Russland gestattet hatten, gute Bugdet-Eckwerte zu erhalten. Der Einnahmen-Überschuss des Haushalts habe knapp sechs Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) betragen, sagte sie.

    Somit sei Russland in der Lage gewesen, einen großen Teil seiner Verbindlichkeiten beim Pariser Club vorzeitig zu begleichen. Die Gesamtsumme von 15 Milliarden Dollar solle zum 20. August dieses Jahres komplett zurückgezahlt werden.

    Der Erfolg der russischen Wirtschaft, der in den neuen Bewertungen seinen Niederschlag gefunden hat, ist durch mehrere Faktoren bedingt, darunter eine reale Einschätzung des Rubel-Wertes, ein spürbares BIP-Wachstum und vorfristige Rückzahlungen der Außenschulden.

    "Selbst unter Berücksichtigung dieser Zahlungen bleibt der Stabilitätsfonds mit 721 Milliarden Rubel (25 Milliarden Dollar) immens und soll zu Beginn 2006 auf 47 Milliarden Dollar bzw. auf sechs Prozent vom BIP weiter wachsen", fuhr die Analystin fort.

    Das werde es Russland gestatten, neue vorfristige Rückzahlungen in den Jahren 2006 und 2007 vorzunehmen, sollte Moskau den Wunsch danach äußern.

    Zu den Problemen, über die Fitch beunruhigt ist und die sich negativ auf die Entwicklung des Landes auswirken könnten, zählte Raj den Rückgang des Wachstumstempos in der Wirtschaft von 7,0 auf derzeit 4,0 bis 5,0 Prozent im Jahr wie auch das Scheitern einiger Strukturanpassungsreformen. Dabei hob sie hervor, dass die Agentur die jüngsten Umwandlungen im russischen Banksektor und die Reform der sozialen Leistungen im Großen und Ganzen als erfolgreich bezeichnet.

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