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    "Wedomosti": Gasprom kaufte Rosneft Anteile an Schelfvorkommen ab

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    MOSKAU, 5. August (RIA Nowosti). Der Konzern Gasprom hat bei der staatlichen Ölfirma Rosneft Anteile an Schelfvorkommen abgekauft. Dadurch erhielt der Gasmonopolist Aktiva, deren Wert beträchtlich über dem Kaufpreis liegt, berichtet die Tageszeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Die Rosneft-Tochter Purneftegas teilte am Donnerstag mit, sie hätte 50 Prozent der Anteile an Sewmorneftegas für 1,3 Milliarden Dollar (ein US-Dollar entspricht 28,49 Rubel) erhalten. Damit ist ihr Reingewinn im 2. Quartal gegenüber dem 1. Quartal des laufenden Jahres auf 29,937 Milliarden Rubel nahezu 90-fach gewachsen.

    Ein Rosneft-Manager erklärte dieses grandiose Gewinnwachstum mit dem Verkauf eines Anteils an den Schelfprojekten an Gasprom. Gasprom hatte dieses Geschäft Ende vergangenen Jahres bekanntgegeben. Die Gasprom-Tochter Gasprombank kaufte 50 Prozent der Sewmorneftegas-Aktien und 49,95 Prozent der Anteile am Projekt zur Erschließung des Arktis-Schelfs an der Barentssee und an der Petschorasee wie auch 26 Prozent des Unternehmens Rosschelf. Wie ein Gasprom-Sprecher damals feststellte, hätte Rosneft für alles zusammen 1,7 Milliarden Dollar von der Gasprombank bekommen, die für die Bezahlung der Aktien der ehemaligen Yukos-Tochter Yuganskneftegas ausgegeben wurden.

    Gemäß dem Vertrag, so die "Wedomosti", erhielt die Gasprombank das Recht, vom Verkäufer einen Rückkauf der Aktien bis zum 20. Juni 2005 zu fordern. Gasprom verzichtete aber bewusst darauf, so der Gasprom-Manager. "Für uns sind das strategisch wichtige Aktiva, wir verbinden große Hoffnungen mit dem Schelf."

    Lew Snykow, Analytiker der Investmentgesellschaft FIM, ist der Ansicht, die Entscheidung von Gasprom, das Geschäft nicht rückgängig zu machen, sei richtig gewesen. Als Folge erhielt Gasprom Aktiva, deren Wert unvergleichlich höher ist. Das Monopol zahlte 1,7 Milliarden Dollar dafür, während allein das Schtokman-Vorkommen auf fünf Milliarden Dollar geschätzt wird, so Snykow.

    Sewmorneftegas besitzt Lizenzen für die Erschließung der Vorkommen Schtokman und Priraslomnoje. Die Priraslomnoje-Vorräte auf dem Schelf der Petschorasee werden auf 83,2 Millionen Tonnen Öl, die Vorräte des Schtokman-Lagerstätte an der Barentssee auf 3,2 Billionen Kubikmeter Gas und 30,98 Millionen Tonnen Gaskondensat geschätzt. Bei der jetzigen Vorbereitung auf den Abbau des Schtokman-Vorkommens wird vorgesehen, Flüssiggas zu exportieren, in erster Linie in die USA.

    Die Rosschelf-Aktionäre waren bisher Gasprom (53 Prozent), Rosneft (26 Prozent) und Sewmaschpredprijatije (13 Prozent).

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