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    "Bisnes": Für USA-Markt bestimmte chinesische Rohre könnten auf russischen Markt kommen

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    MOSKAU, 5. August (RIA Nowosti). Die USA haben vor, eine Importquote für chinesische Rohre einzuführen. Nun ist nicht ausgeschlossen, dass Russland zu einem neuen Absatzmarkt für die Rohre aus China wird, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Freitag. Die russischen Rohrhersteller befürchten indessen ähnliche Probleme, wie sie sie seinerzeit mit ukrainischen Rohrlieferungen zu Dumpingpreisen hatten.

    Sieben amerikanische Rohrhersteller beantragten bei der USA-Kommission für internationalen Handel eine Antidumping-Ermittlung. Nach ihrer Meinung sollte die Einfuhr von Stahlschweißrohren aus China auf eine Jahresquote von 90 000 Tonnen beschränkt werden, während allein im 1. Halbjahr dieses Jahres bereits mehr als 182 000 Tonnen chinesische Rohre in die USA geliefert wurden. Gelingt es den Amerikanern, die geplante Quote einzuführen, würden rund 250 000 Tonnen chinesische Rohre ohne Abnehmer bleiben. Sie könnten dann den russischen Markt erstürmen. Die Hearings zu dieser Frage in den USA werden Mitte September stattfinden.

    Wie Alexander Dejneko, Direktor des Entwicklungsfonds der Rohrindustrie, mitteilte, macht der Umfang der eventuellen chinesischen Rohrlieferungen fünf Prozent des russischen Marktes aus. Sollte es dazu kommen, würde dies in erster Linie mittlere und kleine Betriebe treffen, die für die Deckung eines kleinen regionalen Bedarfs da sind. Aber auch größere Betriebe würden das zu spüren bekommen.

    "Wir wussten, dass neben uns ein Netto-Exporteur wächst", stellte Dejneko fest. "Wir konnten aber nicht annehmen, dass diese Bedrohung bereits 2005 real wird."

    Die Zeitung zitiert die Meinung von Dmitri Baranow, Chef der analytischen Abteilung der Geschäftsgruppe "PRADO Bankir i Konsultant", dass die Gefahr, dass China vom amerikanischen Markt verdrängt wird, real sei. "Die freigewordene Menge wird China eher nach Südostasien und in den Nahen Osten liefern wollen, weil dort keine starken Rohrlieferanten aus Amerika und Europa präsent sind. In Russland aber würden diese Rohre wegen der schlechteren Qualität kaum konkurrenzfähig sein.

    Andrej Litwin, Analytiker der MDM-Bank, ist seinerzeit der Überzeugung, dass Russland stets in der Lage sein wird, Sperrmaßnahmen zu treffen, wie das auch 2004 mit den ukrainischen Rohren der Fall war.