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    "Gaseta": Total verzichtet auf Kauf von Novatec

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    MOSKAU, 5. August (RIA Nowosti). Die französische Firma Total wird kein Aktienbesitzer des größten russischen unabhängigen Gasproduzenten Novatec, schreibt die Tageszeitung "Gaseta" am Freitag. Nach einem ergebnislosen zehn Monate langen Warten zogen die Franzosen ihren Antrag auf den Erwerb eines blockierenden Aktienpakets von Novatec aus der Föderalen Antimonopolbehörde zurück.

    Total hatte Ende September vergangenen Jahres die Antimonopolbehörde um die Zustimmung für den Erwerb von 25 Prozent plus eine Aktie von Novatec ersucht. Vergeblich wartete aber die französische Firma auf eine Entscheidung der Behörde, die zunächst im April, dann im Mai ihre Antwort geben wollte. Nicht geholfen hat auch ein Brief des französischen Präsidenten Jacques Chirac an Russlands Präsident Wladimir Putin mit der Bitte, den Prozess zu beschleunigen.

    Formelle Gründe für eine Ablehnung hatte die Antimonopolbehörde nicht. Der Erwerb von Novatec-Aktien durch die französische Firma hätte keine Gefahr der Entstehung eines Monopolisten auf dem russischen Markt nach sich gezogen, weil Gasprom 25 Mal mehr Gas fördert als Novatec. Total dagegen hatte ein einziges reales Projekt in Russland - eine Beteiligung an der Erschließung des Ölvorkommens Charjaginskoje (Nordwesten des europäischen Teils von Russland), wo rund eine Million Tonnen Öl im Jahr gefördert wird.

    Außerdem äußerten Experten von Anfang an die Meinung, das Geschäft mit Total könnte nicht stattfinden, weil die Novatec-Aktionäre mehr Geld bekommen wollen, als Total dafür zu zahlen bereit war. Eine Bestätigung dafür war die Unterbringung von rund 19 Prozent der Novatec-Aktien an der Londoner Börse, woran das Unternehmen 966 Millionen Dollar verdiente. Total wollte lediglich rund 850 Millionen Dollar für das Sperrpaket zahlen.

    Genannt wurde aber auch ein anderer möglicher Grund für das Hinauszögern des Geschäfts mit Total. Russland erwartete von Frankreich einen entgegenkommenden Schritt, nämlich die Öffnung des französischen Marktes für die russischen Unternehmen. Dies geschah aber nicht, stellt das Blatt fest.

    Hat Novatec am Scheitern des Geschäfts nur gewonnen, so sind die Verluste für Total in Russland recht ernsthaft. Nun werden die Möglichkeiten des Unternehmens angezweifelt, die Förderung von Öl und Gas im Zeitraum von 2004 bis 2010 um vier Prozent zu erhöhen, was das ehrgeizigste Vorhaben unter den Ölgiganten war. Ohne dieses Geschäft wird das Wachstum der Total-Förderung bis 2010 höchstens drei Prozent betragen.