12:12 28 April 2017
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    "Bisnes": Russlands Unternehmer ziehen maximale Steuern vor

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    MOSKAU, 8. August (von RIA Nowosti). Der Chef der Föderalen Steuerbehörde, Anatoli Serdjukow, teilt mit, dass im 1. Halbjahr 2005 um 22 Prozent mehr Steuern eingetrieben wurden als geplant. Wie die Tageszeitung "Bisnes" am Montag berichtet, konnte dies in vieler Hinsicht dank dem Verzicht der vom "Fall Yukos" eingeschüchterten Ölunternehmer auf eine Minimierung der Steuern erzielt werden.

    Nach Ansicht von Juri Dobronrawow, leitender Partner der juristischen Gesellschaft "Dobronrawow i partnjory", sei Yukos für die Ausnutzung von Löchern im Steuerrecht bestraft worden. "Häufig optimieren die Unternehmen, die sich mit solcher Planung beschäftigen, die Steuerbasis", so der Jurist. "Dies wird aber von den Steuerorganen nicht adäquat aufgenommen, die verlangen, dass die Steuern in maximalem Umfang abgeführt werden."

    Damit es keine unterschiedlichen Auslegungen gibt, muss der Gesetzgeber exakt festlegen, wo die Steuerplanung endet und wo der Betrug beginnt, der mit der Steuerhinterziehung verbunden ist.

    Wie Sergej Beljakow, stellvertretender Vorsitzender des Steuerkomitees des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbands (Vereinigung von Großunternehmern), meint, "will heute niemand das Risiko einer Erhebung von Steuernachzahlungsforderungen eingehen". Die Unternehmer, die die Möglichkeit haben, ihre Steuern zu verringern, nutzen diese nicht, weil sie meinen, dass es einfacher ist, die Steuer abzuführen, stellt er fest.

    Außerdem habe sich die Steuereintreibung auch dank der sich verändernden juristischen Praxis erhöht. "In letzter Zeit zeichnet sich die Tendenz ab, die meisten Streitfragen zugunsten der Steuerbehörden zu entscheiden", so Poljakow. "Der Wirtschaft fällt es immer schwerer, Prozesse gegen die Steuerbeamten zu gewinnen."

    Als einen weiteren Mechanismus zur Steigerung der Steuereinnahmen nennen die Experten die von den Steuerbehörden geschaffenen Probleme bei der Rückerstattung der Mehrwertsteuer an die Wirtschaft. Eduard Kutscherow, Leiter des Amtes Steuern und Recht der führenden russischen Buchprüfungsvereinigung Baker Tilly Rusaudit, verweist darauf, dass die Mehrwertsteuerverrechnungen zu Exportoperationen immer häufiger vor Gericht angefochten werden.

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