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    "Wedomosti": Rosneft will Spitzenreiter der russischen Ölbranche werden

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    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Das staatliche Unternehmen Rosneft will bereits in zwei-drei Jahren der absolute Spitzenreiter der Branche werden. Das teilte Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow am Vortag dem Präsidenten Russlands mit. Wie die Tageszeitung "Wedomosti" am Donnerstag schreibt, ist dieses Ziel nur dann erreichbar, wenn es gelingen würde, andere Unternehmen, unter anderem Yukos, zu verschlingen.

    Rosneft liegt derzeit auf Platz zwei unter den russischen Ölunternehmen. Bogdantschikow teilte dem Präsidenten mit, die Firma Rosneft wolle ihren Marktanteil von den jetzigen 15 auf 25 bis 27 Prozent zu vergrößern.

    2004 förderte das Unternehmen 21,6 Millionen Tonnen Öl, in den Jahren 2007-2008 will Rosneft bei der Förderung auf Platz eins im Lande kommen. Bis 2010 soll die Jahresförderung auf 104 Millionen Tonnen und bis 2015 auf 125 bis 128 Millionen Tonnen erhöht werden.

    Allerdings betonte Wladimir Putin, der Staat wolle kein Monopol in dieser Branche gründen. Experten bewerteten dies als den Wunsch des Präsidenten, die Rosneft-Rage zu dämpfen. "Das aggressive Wachstum des Unternehmens geht schon auf die Nerven", sagte Juri Pawlow aus der Investmentgesellschaft "Weles-Kapital". "Ich denke, der Präsident gab zu verstehen, dass es einen bestimmten Rahmen für den Siegeszug der Firma Rosneft über die Yukos-Reste gibt."

    Bogdantschikow versprach Putin, dass die gigantischen Pläne von Rosneft auf der Grundlage der bereits vorhandenen Vorräte realisiert würden. Der Analytiker der Investmentgesellschaft Troika Dialog Valeri Nesterow meinte allerdings, dass sich diese Pläne allein durch organisches Wachstum der Förderung nicht verwirklichen lassen. Insofern ist Rosneft auf Neuerwerb eingestellt. Die restlichen Yukos-Unternehmen sind Aktiva gerade von dieser Dimension und bieten die Möglichkeit, die gesetzten Ziele zu erreichen, so der Analytiker. Ein dem Rosneft-Direktorenrat nahe stehender Experte behauptete allerdings, dass das Staatsunternehmen auch über eigene Ressourcen verfüge, um die Förderung zu steigern und die Spitze unter den russischen Ölfirmen zu übernehmen.

    Gennadi Krassowski, Vertreter des anderen russischen Ölgiganten Lukoil, teilte mit, dass sein Unternehmen bis 2014 eine Jahresleistung von rund 150 Millionen Tonnen Öl erreichen will. Insofern würde es Rosneft kaum gelingen, an die Spitze der Branche zu kommen, schreibt die Zeitung.

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