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    „Bisnes“: Zigarettenexport aus Russland gefährdet

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    MOSKAU, 5. September (RIA Nowosti). Die großen transnationalen Tabakkonzerne könnten sehr bald von einem Zigarettenexport aus Russland Abstand nehmen. Die Verbrauchssteuermarken anderer Staaten sollen bei der Einfuhr an der Grenze wie Wertpapiere behandelt werden. Damit sie nach Russland gelangen können, muss eine Genehmigung beantragt werden, schreibt die Zeitung Bisnes. Die Bearbeitung dieser Genehmigung kann sich, befürchten die Tabakkonzerne, über Monate hinziehen.

    Theoretisch betreffen die Einschränkungen, die von einer Regierungsverordnung am 11. September in Kraft gesetzt werden, alle verbrauchssteuerpflichtigen Exportwaren. In der Praxis treffen sie jedoch nur die Zigarettenproduzenten. Nur in dieser Branche werden die Verbrauchssteuermarken unmittelbar in den Fabriken aufgetragen. Die Marken selbst werden aus den Importstaaten nach Russland gebracht.

    Die Marktteilnehmer sind entrüstet. „Einerseits wird lautstark eine Liberalisierung verkündet. Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel stellt die Lizenzierung für Tabakerzeugnisse ein. Andererseits jedoch werden Einschränkungen in Kraft gesetzt, die ihrem Wesen nach weder die Qualität der Produkte noch die Staatseinnahmen beeinflussen. Das alles behindert nur die Geschäftstätigkeit“, sagte der Präsident des Verbandes der Tabakhändler Grandtabak, Sergej Schelechow.

    Auch der stellvertretende Generaldirektor des Verbandes der Tabakproduzenten, Sergej Filippow, hält die Aufnahme der Verbrauchersteuermarken in die Liste von Wertpapieren für einen Fehler. „Die Marken werden in Russland nicht gehandelt; sie werden einfach auf die Zigarettenschachtel aufgeklebt und gehen zurück“.

    Mehrere Konzernvertreter erklärten schon, sie prüfen die Verlagerung der Produktion der für den Export vorgesehenen Zigarettensorten in andere Länder. Der Direktor für Unternehmensfragen bei Japan Tobacco Int., Wadim Bozan-Chartschenko, verweist darauf, dass praktisch alle Großexporteure von Zigaretten über Produktionsstätten in den GUS-Staaten verfügen und ihre Produktion dorthin verlagern können.

    Der Direktor für Unternehmensbeziehungen bei British American Tobacco Russland, Wladimir Axjonow, erinnert daran, dass das bereits die zweite Schwierigkeit beim Export von Zigaretten aus Russland ist. „Wir haben ständig mit der Rückerstattung der Mehrwertsteuer Probleme, sogar nach Gerichtsentscheidungen“, sagte er.

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