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    "Wedomosti": Gasprom wird sich mit Atomenergiewirtschaft befassen

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    MOSKAU, 27. Januar (RIA Novosti). Der Konzern Gasprom wird sich voraussichtlich auch mit der Atomenergie befassen, berichtet die Tageszeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Der Kreml und die Gasprom-Manager sind der Meinung, dass gerade der Konzern 40 neue Reaktorblöcke in einem Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar bauen soll. Auf diese Weise würde Gasprom nach Ansicht der Urheber dieser Idee gleich zwei Aufgaben lösen: Er wird mehr Gas exportieren können und in allen Energiesphären präsent sein.

    Nach Auffassung von Beamten der Präsidentenadministration könnte Gasprom Geld für das neue Atomprogramm zur Verfügung stellen, von dem Sergej Kirijenko, Chef der Atomenergiebehörde Rosatom, dieser Tage gesprochen hat. Der Konzern würde neue AKW bauen und diese auch besitzen, meinte ein dem Kreml nahe stehender Experte.

    Eine gewisse Vorarbeit dazu hat Gasprom bereits geleistet: Die Gasprombank kaufte vor kurzem das Kontrollaktienpaket des Unternehmens Atomstroiexport, das AKW im Ausland baut. Das Problem besteht allerdings darin, dass alle AKW laut dem heute geltenden Gesetz dem Staat gehören müssen.

    Nach Ansicht des Experten sollte das Gesetz entsprechend geändert werden, damit Gasprom seinen Anteil an den Kraftwerken bekommen kann, die er bauen wird. "Es geht nicht um eine Privatisierung der bereits bestehenden AKW, sondern nur um solche, die mit einer Gasprom-Beteiligung gebaut werden."

    Der frühere Vizeminister für Atomenergiewirtschaft Bulat Nigmatulin vertritt den Standpunkt, dass die neuen Atomreaktoren von Unternehmen gebaut und betrieben werden müssten, "die eng mit dem Gasbusiness verbunden ist, was die Möglichkeit bieten würde, Investitionen in die Branche auf Kosten der Einsparung infolge der Verringerung des Inlandsverbrauchs von Erdgas zu holen".

    Sobald Gasprom die AKW bekommt, wird sich der Konzern seinen alten Traum erfüllen und sich in eine globale Energiegesellschaft verwandeln, betont Andrej Subkow, Vizepräsident der Investmentbank "Trast". Für Investoren wird das aber kaum eine gute Nachricht sein, so Dmitri Lukaschow, Analytiker der Investmentgesellschaft "Aton": Die Struktur des Unternehmens ist ohnehin äußerst kompliziert. Sollte es nun auch in die AKW investieren, würden die Aktionäre das Geld des Monopols überhaupt nie sehen. "Wenn Gasprom seine Lieferungen in den Westen vergrößern will, wäre es besser, dieses Geld in die Förderung zu investieren", meint der Analytiker.

    Wladimir Milow, Präsident des Instituts für Energiepolitik, zweifelt indessen daran, dass Russland überhaupt neue AKW braucht: Auf diese entfallen bereits 50 Prozent der Stromerzeugung im europäischen Teil Russlands und in der Ural-Region.

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