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    "Wedomosti": "Rosneft"-Cheffinanzmann kurz vor IPO zurückgetreten

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Die Ölgesellschaft "Rosneft" ist im Vorfeld der Erstplatzierung ihrer Aktien und einer Konsolidierung ohne ihren Cheffinanzmann geblieben. Sergej Alexejew, Erster Vizepräsident des Unternehmens, ließ sich auf eigenen Wunsch entlassen, berichtet die Tageszeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Auch der erst Ende 2005 eingestellte Chef des Amtes für die Arbeit mit Investoren, Oleg Kusakow, trat zurück. Analytiker bewerten das u. a. als ein mögliches Signal zum Abblasen der IPO-Pläne.

    "Rosneft"-Insider äußerten sich über die jüngste Entwicklung äußerst überrascht. Nach ihren Worten war Alexejew auf Einladung des "Rosneft"-Präsidenten Sergej Bogdantschikow ins Unternehmen gekommen, der Präsident habe seinem Finanzmann überaus vertraut.

    Wie Wladimir Milow, Präsident des Instituts für Energiewirtschaftspolitik, mitteilte, haben Alexejew und Bogdantschikow seit der 2. Hälfte der 90er Jahre zusammen gearbeitet. Der Kommentar des Letzteren dazu klang am Vortag trocken: "Das ist seine persönliche Angelegenheit. Er hat mehr als zwei Jahre in der Gesellschaft gearbeitet, wahrscheinlich hat er eine bessere Variante gefunden."

    Wie aus einer dem Unternehmen nahe stehenden Quelle zu erfahren war, hatte Alexejew wenig Kontakt mit dem Vorsitzenden des Direktorenrates des Staatsunternehmens, Igor Setschin, gehabt. Unter Managern hätte er sich viele Feinde gemacht, hieß es. Alexejew sei ein komplizierter und konfliktsüchtiger Mensch, der vielen im Unternehmen geschadet habe, ergänzte einer der Bankleute, die "Rosneft" mit Krediten versorgten. "Er hat schnell an Gewicht gewonnen, zugleich war es kompliziert, ihn zu kontrollieren, denn die übrigen Manager waren nicht so stark im Finanzbereich", so der Manager einer der Firmen, die "Rosneft" beraten.

    Ein Bankier, der der staatlichen Ölgesellschaft nahe steht, äußerte die Meinung, dass Alexejew wegen des IPO gehen musste: Er hätte sich zu eifrig für diesen Plan eingesetzt, er hätte vorgeschlagen, ein möglichst großes Aktienpaket an der Börse anzubieten und die Gesellschaft selbst möglichst transparent zu machen.

    "Es ist schlecht für ein Unternehmen, kurz vor dem IPO einen Profi zu verlieren, der in einer Sprache mit Investoren sprechen und bei ihnen Sympathie erwerben kann", meinte Steven Dashevsky, Leiter der analytischen Abteilung der Investmentgesellschaft "Aton". "Es entsteht der Eindruck, dass die Leitung des Unternehmens die IPO-Absicht überhaupt aufgegeben hat", so Milow. Diese Meinung teilt auch Juri Barsow, Seniorpartner der Headhunting-Gesellschaft Ward Howell International. Nach seiner Ansicht wird der Börsengang nun zumindest verschoben.

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