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    "Wedomosti": AvtoVAZ will Prototyp seines neuen Modells bei Ausländern abschauen

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    MOSKAU, 26. Februar (RIA Novosti). Der größte russische Pkw-Hersteller AvtoVAZ will einen Wagen aus der Produktion von Renault, Fiat oder DaimlerChrysler zum Prototypen seiner neuen Modellreihe machen, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Sonntag.

    Das Management des Autoriesen, das noch Anfang Februar seine Absicht verkündet hat, neben dem bestehenden Autowerk faktisch ein neues mit einer Jahresleistung von 450 000 Autos zu bauen, führt derzeit Lizenzverhandlungen mit diesen Konzernen. Sollte nichts daraus werden, wird AvtoVAZ eine namhafte europäische Engineering-Firma mit der Entwicklung neuer Ladas beauftragen.

    "Für eine selbständige Entwicklung und den Produktionsstart einer neuen Modellreihe sind rund eine Milliarde Dollar erforderlich", stellt Jelena Sachnowa, Analytikerin der Investmentfirma OFG, fest. "Es wäre wesentlich billiger, eine Lizenz zu kaufen. In der Geschichte gab es Fälle, wo alte und nicht mehr notwendige Modellreihen für mehrere Dutzende Millionen Dollar verkauft wurden. Eine neue wird dem Konzern AvtoVAZ sowieso niemand anbieten."

    Die Entwicklung einer neuen Modellreihe in solchen Designerzentren wie Italdesign (beteiligte sich an der Konzipierung einiger Modelle von Lexus, Alfa Romeo u. a.) oder Porsche kostet rund 300 Millionen Dollar, meinte der Sprecher einer Autoherstellergesellschaft. "Die anderen Ausgaben werden mit dem Erwerb von Ausrüstungen verbunden sein, was noch einige hundert Millionen Dollar kosten würde."

    Valeri Tarakanow, Marketing-Generalmanager der Gesellschaftsgruppe "Rolf", ist der Auffassung, dass Renault Megane die für die neuen Ladas am besten geeignete Modellreihe wäre.

    Renault hat auf dem russischen Markt auf das speziell für die Entwicklungsländer konzipierte Modell Logan gesetzt. Dieses Modell ist ein direkter Konkurrent von Lada. "AvtoVAZ zuliebe wäre aber Renault durchaus in der Lage, seine Politik zu revidieren, denn eine Vergrößerung des Verkaufsumfangs ist doch das Wichtigste", äußert Wjatscheslaw Smoljaninow, Analytiker des Unternehmens Uralsib. "Außerdem ist nicht auszuschließen, dass dem Partner später auch ein AvtoVAZ-Aktienpaket angeboten werden könnte."

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