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    Abbau des Gasfeldes für russisch-deutsche Pipeline beginnt

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    MOSKAU, 27. Februar (RIA Novosti). Der russische Gasförderer Gasprom hat mit dem Abbau des Erdöl- und Erdgasfeldes Juschno-Russkoje begonnen. Vor allem aus dieser im Norden Westsibiriens gelegenen Lagerstätte soll die geplante russisch-deutsche Ostsee-Pipeline mit Erdgas gespeist werden.

    Wie das regionale Internet-Magazin Jamal-Inform (Autonomer Bezirk der Jamal-Nenzen) am Montag meldete, haben bereits die Erkundungs- und Bohrarbeiten begonnen.

    Die voraussichtliche Leistung der Lagerstätte wird mit 25 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr angegeben. Die erkundeten Reserven werden auf mindestens 700 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Bei der Ausbeutung der Lagerstätte liegt das Hauptaugenmerk auf dem Umweltschutz, weil der Dauerfrostboden ein äußerst unbeständiges Baufundament ist, und mechanische Arbeiten daher sehr kompliziert sind.

    Die Rohrleitung soll in einer Tiefe von mindestens 0,8 Meter verlegt werden. Auch der Abstand von den Strängen soll minimal sein, um die Baufläche gering zu halten und den Schaden für die Natur zu minimieren.

    Die Auswirkungen der Gasförderung in der Lagerstätte Juschno-Russkoje auf die Umwelt werden am 24. März bei einer öffentlichen Anhörung erörtert, die in der Region stattfinden wird.

    Die Lizenz für Erkundung und Ausbeutung der Lagerstätte gehört Sewerneftegasprom, einer 100prozentigen Tochter von Gasprom. Bis Mai soll dem Aufsichtsrat von Gasprom ein komplexes Programm für Förderung des Erdgases und dessen Transport an die Kunden vorgestellt werden.

    2002 hatte Gasprom 521,9 Milliarden Kubikmeter Gas gewonnen, 2005 bereits 547,9 Milliarden Kubikmeter. Bis zum Jahr 2010 will die Firma die Gasproduktion auf 550 bis 560 Milliarden Kubikmeter und bis 2020 auf 580 bis 590 Milliarden Kubikmeter aufstocken.

    Durch die Ostsee-Pipeline (auch Nordeuropäische Gasleitung genannt), soll das Erdgas vom russischen Ostseehafen Wyborg bei St. Petersburg bis nach Greifswald in Deutschland befördert werden. Sie soll bis 2010 auf dem Grund der Ostsee gebaut werden. Der russische Gaskonzern Gasprom und die deutschen Firmen BASF und E.ON hatten am 8. September 2005 im Beisein des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des damaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder einen Vertrag über den Bau der Pipeline unterzeichnet.

    Gasprom hält 51 Prozent an der Ostsee-Pipeline. Die deutschen Energiekonzerne E.ON und BASF sind zusammen mit 49 Prozent beteiligt.

    Das Projekt stieß in Polen und den baltischen Ländern auf scharfe Kritik. Diese Staaten sehen ihre Interessen gefährdet, da die neue Rohrleitung mit den bisherigen Pipelines konkurriert, für die sie Transitgebühren kassieren.

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