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    "Wedomosti": Transneft sucht zwei Milliarden Dollar für die Ostpipeline

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Das Projekt der Ölpipeline Ostsibirien - Pazifik hat zwar die ökologische Prüfung noch nicht bestanden, die Firma Transneft sucht aber bereits nach Geld für den Bau des Rohrs. Wie die Tageszeitung "Wedomosti" am Dienstag berichtet, will das Staatsunternehmen zwei Milliarden Dollar mobilisieren und ein entsprechendes Ausschreiben für Banken starten.

    Umweltschützer äußern indessen ihre Empörung darüber und mahnen die Bankleute, das Projekt gefährde den Baikalsee.

    Das Projekt der Ostpipeline wird bereits seit mehr als fünf Jahren diskutiert, mit dem Bau wurde aber immer noch nicht begonnen. Die technisch-ökonomische Aufgabenstellung des Projekts muss zunächst eine staatliche ökologische Prüfung absolvieren. Ende Januar verfasste eine Expertengruppe bereits ein negatives Gutachten zum Projekt. Die Experten verwiesen u. a. darauf, dass die Pipeline zu nah am Baikalsee verläuft. An einigen Abschnitten ist das Rohr nur 700 bis 800 Meter vom See entfernt. Die Staatliche Behörde für die technologische und ökologische Aufsicht (Rostechnadsor) bestätigte diesen Bericht jedoch nicht. Die Arbeit einer neuen Kommission soll im März zu Ende gehen.

    Ende vergangenen Jahres hatten Umweltschutzorganisationen, darunter die russischen Vertretungen von Greenpeace, WWF u. a., bereits einen Bericht über die negativen Folgen einer Realisierung des Pipeline-Bauprojekts an Banken versandt und diesen empfohlen, auf eine Teilnahme am Projekt zu verzichten.

    Die Banken lassen sich aber davon nicht beeindrucken. Manager von zwei größeren westlichen Banken gaben zu, sie würden sich gerne an der Organisation eines Kredits für Transneft beteiligen. Nach Ansicht eines von ihnen würden dabei chinesische und japanische Banken mit den westlichen konkurrieren.

    Michail Galkin, Analytiker der Investmentbank "Trust", ist der Auffassung, dass Transneft in jedem Fall nichts verlieren würde. Sollte das Pipeline-Projekt die Öko-Prüfung nicht bestehen, würde der Monopolist auf die Aufnahme eines Kredits verzichten. Im Falle einer Billigung der technisch-ökonomischen Aufgabenstellung wird das Unternehmen keine Zeit für die Geldsuche verlieren. Galkin äußerte zuversichtlich, Transneft würde dabei günstige Kreditbedingungen bekommen: entweder LIBOR + 0,5 Prozent bis LIBOR + 0,75 Prozent oder zu 5,5 bis sechs Prozent Jahreszins.

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