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    "Bisnes": Russland will eine Milliarde Dollar im Jahr für Steigerung der Uranförderung ausgeben

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Bei dem heutigen Verhältnis zwischen der Förderung und dem Verbrauch von Uran würden die russischen Urandepots bereits 2015 leer sein, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Dienstag.

    Wie Wladimir Bawlow, Vizechef der Föderalen Agentur für Nutzung von Bodenschätzen (Rosnedra), feststellte, reichen die erkundeten Uranvorräte - 830 000 Tonnen - aus, um den Bedarf am Nuklearbrennstoff für 40 Jahre im Voraus zu decken. Dafür müssten allerdings eine Milliarde Dollar im Jahr für die Steigerung der Förderung ausgegeben werden. Nach Ansicht von Analytikern sind aber die Prognosen der Behörde übermäßig pessimistisch.

    Laut Rosnedra-Angaben belief sich der Jahresbedarf Russlands 2005 auf 16 000 Tonnen Uran, während die Eigenproduktion lediglich 3 200 Tonnen ausmachte. Der Unterschied musste aus Lagerreserven gedeckt werden. Sollten diese aber mit gleicher Intensität ausgebeutet werden, würden sich die Vorräte in zehn Jahren erschöpfen. "Bis 2015 soll Russland zehn Milliarden Dollar in eine wesentliche Steigerung der Uran-Produktion investieren", so Bawlow. Seit 2015 sollen die notwendigen Zusatzmengen im Ausland gekauft werden.

    "Das Problem erscheint etwas übertrieben und wird die Realisierung des Entwicklungsprogramms der russischen Nuklearenergiewirtschaft kaum bremsen", äußerte Anastassija Sarapulzewa, Analytikerin der Investmentgesellschaft Finam.

    "Es gibt auch die Wiederaufbereitung der abgebrannten Kernstäbe, deren Vorräte immens sind", stellte Igor Nuschdin, Analytiker der Investmentgesellschaft Solid, fest. "Insofern wird es keine Probleme mit der Realisierung des Programms der Umstellung der Energieversorgung russischer Regionen auf AKW geben."

    Natalja Odinzowa, Analytikerin der Consulting-Gesellschaft BDO Unicon, verwies darauf, dass die Aufmerksamkeit für das russisch-iranische Nuklearprogramm, neben den offensichtlichen Zielen der Kontrolle über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen, höchstwahrscheinlich auch damit zusammenhängt, dass das Angebot auf dem Uranmarkt begrenzt ist. Diese Meinung teilte auch Igor Nuschdin: "Nicht zufällig brachte die Behörde diese Frage gleichzeitig mit dem Verhandlungsprozess über die Gründung eines Joint Ventures mit Iran ins Gespräch: Die Aktualität des Themas bietet die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf die inneren Probleme zu lenken."

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