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    Keine russischen Diamanten mehr für De Beers

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Die Europäische Kommission hat dem südafrikanischen Konzern De Beers verboten, ab 2009 bei dem russischen Diamantenhersteller Alrosa weder direkt noch über Vermittler Diamanten zu kaufen.

    Wie die Zeitung "Finansowyje Nowosti" (Finanznachrichten) berichtet, bedeutet das, dass Alrosa seine Diamanten auf dem freien Markt absetzen kann. Dadurch wird das weltweite Monopol von De Beers untergraben.

    Experten rechnen damit, dass der Beschluss der Europäischen Kommission zu einer Senkung der Preise für Edelsteine auf den Weltmärkten führen wird.

    50 Jahre lang kaufte De Beers fast alle Diamanten, die in Russland gefördert wurden, und diese Situation schien dem Konzern Alrosa genehm zu sein. Den Europäern dagegen missfiel dieses Monopolbündnis, weil der freie Handel mit Diamanten auf dem Markt und somit auch der Wettbewerb praktisch fehlten. Nun wurde es De Beers vorgeschrieben, das Kaufvolumen bei Alrosa von 600 Millionen US-Dollar in diesem Jahr bis auf 400 Millionen zum Jahresende 2008 herunterzufahren.

    Der Beschluss der Europäischen Kommission überraschte die russischen Diamantenförderer nicht. Noch vor der Untersuchung der Europäer erklärte sich die Führung des russischen Konzerns bereit, auf den freien Markt ohne den südafrikanischen Vermittler zu kommen. Allerdings machte sich dabei niemand bei Alrosa Gedanken über die Entwicklung eines eigenen Vertriebsnetzes oder über die Entwicklung von eigenen Diamantenschleifereien.

    Die russischen Manager wollen bis zu zwei Drittel der Rohdiamanten nach langfristigen Verträgen absetzen und den Rest in Auktionen verkaufen. Doch alles kann sich ändern, wenn der Staat die Kontrolle über das Unternehmen übernimmt. Wirtschaftsminister German Gref versprach, dass dies bereits in der nächsten Zeit geschehen werde.

    Vorerst gehören dem Staat, vertreten von seiner Vermögensagentur, 37 Prozent. Die russische Regierung will ihren Anteil bis auf das Kontrollpaket aufstocken und dazu Aktien bei Kleinaktionären erwerben.

    Im vorigen Jahr legte die russische Regierung zum ersten Mal die früher geheimgehaltenen Zahlen über den Umfang der Diamantenförderung in Russland offen. Es stellte sich heraus, dass Russland dabei weltweit führend ist. Im Unterschied zu De Beers, Rio Tinto oder BHP Billiton bleibt Alrosa allerdings vorerst ein rein Rohstoff produzierendes Unternehmen.

    Auf Alrosa entfallen fast 100 Prozent von allen Diamanten, die in Russland geschürft werden, und rund 20 Prozent der Weltproduktion. Nach vorläufigen Angaben verkaufte Alrosa 2005 seine Hauptprodukte für 2,831 Milliarden US-Dollar, darunter Brillianten für 142,6 Millionen US-Dollar.

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