SNA Radio
    Wirtschaft

    "Bisnes": Steigerung der Gas-Inlandspreise in Russland unvermeidlich

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 09. März (RIA Novosti). Gegen 2010 wird Russland die Gas-Inlandspreise nicht mehr zurückhalten können.

    Laut einer Prognose von Analytikern der Investmentbank USB AG werden sie bis dahin auf 80 Dollar pro 1 000 Kubikmeter steigen, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Donnerstag.

    Für die Industrie wird der Preis noch höher liegen, was für Russlands Wirtschaft, die auf subventionierten preisgünstigen Energieressourcen aufgebaut ist, einen schweren Schlag bedeuten werde, betont das Blatt.

    Für Russlands Experten kamen Prognosen der Schweizer Kollegen nicht überraschend. "Die Gaspreise werden steigen", stimmt dem Igor Nikolajew, Direktor der Abteilung für strategische Analyse des Unternehmens FBK, zu. "Für Gasprom wird es immer komplizierter, den relativ niedrigen Gaspreis beizubehalten, heute braucht der Konzern immer mehr Mittel für zusätzliche Investitionen. Die Gas-Weltmarktpreise hängen kaum von Gasprom ab, und das Unternehmen muss die Inlandspreise anheben. Es ist völlig offensichtlich, dass dies auch einen Preisanstieg bei den Erzeugnissen, die die Gasabnehmer herstellen, nach sich ziehen würde."

    In erster Linie werden die Hauptabnehmer davon betroffen - die Energie- und die Chemiebetriebe. "Zunächst wird die Mineraldüngerproduktion den Anstieg des Gaspreises zu spüren bekommen", meint Maxim Wolkow, Generaldirektor von Fosagro AG. Größere Mineraldüngerhersteller in Russland machen sich allerdings schon seit langem darauf gefasst und verringern den Gasverbrauch.

    "Eine ernsthafte Preissteigerung wird sich selbstverständlich auf unsere Arbeit auswirken", stellt Michail Scharkow, leitender PR-Spezialist des Chemieunternehmens "Akron", fest. "Wir haben aber keine Wahl, weil wir keine Alternative zu Gasprom-Lieferungen haben."

    In der Stromholding RAO UES wurden die Prognosen von UBS AG gelassen aufgenommen. Dort wird mit einer Einmischung des Staates gerechnet. "Es gibt einen Preis für das sogenannte Limit-Gas, das die RAO-UES-Kraftwerke gemäß einem Sondervertrag mit Gasprom zu Tarifen bekommen, deren Limits vom Staat festgelegt werden", hieß es im Pressedienst der Stromholding. RAO UES kauft zwar Gas auch auf dem Markt, allerdings in einem äußerst beschränkten Umfang.