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    Russische Interessen dürfen einem raschen WTO-Beitritt nicht geopfert werden

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    MOSKAU, 09. März (RIA Novosti). Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow, hat sich am Donnerstag vor Journalisten dagegen ausgesprochen, dass Russland seine Wirtschaftsinteressen einem raschen Beitritt zur WTO opfert.

    Er hat unterstrichen, dass Russland "seine Verhandlungspositionen strikt wahren muss".

    Der WTO-Beitritt, so Kossatschow, sei kein Selbstzweck. Russland sollte den Schritt nur dann tun, wenn es sicher ist, dass die Verhandlungen vom Standpunkt der Wirtschaftsinteressen aus vorteilhaft ausgehen. Fragen von Journalisten, ob es nicht angebracht sei, dem Beispiel der Ukraine zu folgen, die Russland in Bezug auf den WTO-Beitritt überrundet hat, verneinte er. Die Ukraine habe schlechte Erfahrungen machen müssen, vor allem, was die ökonomischen Belange angehe.

    Konstantin Kossatschow erinnerte daran, dass sich Georgien, Kirgisien und Moldawien seinerzeit faktisch ohne eigene Vorbedingungen der WTO angeschlossen hätten. Auch die Ukraine habe viele Verhandlungspositionen aufgegeben, vor allem als sie sich entschlossen habe, unter allen Umständen früher als Russland aufgenommen zu werden, und auf Importzölle für Luftfahrttechnik und einige landwirtschaftliche Erzeugnisse verzichtet habe, darunter auf das hierzulande bedeutsame Produkt Zucker.

    "Vom politischen Standpunkt aus geht die Ukraine als Sieger hervor. Sie kann nun tatsächlich Russland als künftigem WTO-Mitglied die Bedingungen diktieren. Aus ökonomischer Sicht verliert sie", unterstrich der Parlamentarier.

    Er meint, dass die Oberste Rada in ihrer künftigen Zusammensetzung, die die Vereinbarungen ratifizieren muss, sich sehr ernsthaft mit diesem Faktor auseinander setzen wird. Er sei nicht sicher, dass die ukrainische Politik so ohne Weiteres die Absprachen hinnehmen wird, die Regierungsbeamte getroffen haben.

    Ferner stellte er fest, dass "Russland sich keinesfalls auf einen Wettlauf mit der Ukraine einlassen wird".