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    "Wedomosti": Neue Steuereinnahmen bringen Petersburger Behörden auf wahnsinnige Ideen

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    MOSKAU, 15. März (RIA Novosti). Sankt Petersburger Behörden haben eine Anwendung für die Steuern gefunden, die die Staatsunternehmen abführen, welche sich seit einiger Zeit in der Staat haben eintragen lassen. Das teilt die Tageszeitung "Wedomosti" am Mittwoch mit. In den Jahren 2007 bis 2016 sollen jährlich 200 Millionen Dollar für den Bau eines gigantischen, 300 Meter hohen Bürokomplexes mit Büroflächen von einer Million Quadratmeter bereitgestellt werden.

    Weitere rund 100 Millionen Dollar im Jahr wollen die Stadtväter von privaten Investoren bekommen. Developerfirmen bewerten indessen dieses Projekt als wahnwitzig.

    Wie Alexander Nikonow, Vorsitzender des Finanzkomitees der Petersburger Stadtadministration, sagte, soll ein Verwaltungskomplex der Gesellschaft Sibneft, die vor kurzem von Gasprom erworben wurde, die Dominante des Projekts bilden.

    Der Gasprom-Pressedienst verweigerte jede Stellungnahme dazu, ein dem Unternehmen nahe stehender Experte behauptete allerdings, dass die Bedürfnisse des Unternehmens weit unter einer Million Quadratmeter liegen.

    "Höchstwahrscheinlich wird dieses Projekt als ein Argument bei den Verhandlungen zwischen der Stadt und Sibneft über die Eintragung dieser Gesellschaft in Petersburg dienen", meinte ein "Wedomosti"-Gesprächspartner. So möchte die Stadt den potentiellen Steuerzahler davon überzeugen, dass das Geld, das er an den Etat abführen wird, nicht verloren gehen, sondern in ein gemeinsames Eigentum investiert wird, hieß es.

    In letzter Zeit haben die Unternehmen Gaspromregiongas, die Rosneft-Tochter RN-Trade, die Vneshtorgbank, die Unternehmen Sovkomflot, Transaero, Transnefteprodukt und SIBUR Holding ihre Hauptquartiere in Petersburg registrieren lassen.

    Dmitri Mangilew, Analytiker der Investmentgesellschaft Prospekt, stellt fest: Im Falle seiner Eintragung in Petersburg wird das Unternehmen Sibneft genau 200 Millionen Dollar an den Stadtetat überweisen.

    Die Einnahmen, die die Stadt von den Staatsunternehmen bekommen wird, die sich in Petersburg haben eintragen lassen, wird laut einer Schätzung des Haushaltsausschusses der Gesetzgebenden Versammlung Petersburgs rund 300 Millionen Euro betragen. Die Gesamteinnahmen des Petersburger Stadtetats werden 2006 rund 4,3 Milliarden Euro ausmachen.

    Die Marktteilnehmer äußerten sich bestürzt über die Dimensionen des Projekts. Wie Wladimir Swinjuin, Chef der Developergesellschaft "Ochta Grup", meinte, braucht die Stadt solche Mengen nicht. "Dies ist ein wahnwitziges Projekt, das kein privater Investor in Angriff nehmen würde", äußert Igor Wodopjanow, Leiter der Verwaltungsgesellschaft Theorema. Die Rückflussdauer eines solchen Projekts würde sich auf Jahrzehnte belaufen, während es nicht möglich sein wird, so viele Büroflächen zu vermieten.