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    Wolga-Hersteller Gaz plant Expansion auf dem Auslandsmarkt

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    MOSKAU, 15. März (RIA Novosti). Der russische Autohersteller GAZ will Anteile an Maschinenbauwerken im Ausland erwerben. Für diese Zwecke könne er bis zu 500 Millionen Dollar Erlöse aus dem noch für dieses Jahr geplanten Börsengang (IPO) verwenden.

    Dies teilte GAZ-Aufsichtsratschef Alexander Juschkewitsch am Mittwoch auf einer Automobilkonferenz mit.

    Laut Marktexperten kann der russische Fahrzeugbauer diese Chance wahrnehmen, um die Produktion der in Russland populären Klein-Lkws Gazel im Ausland in die Wege zu leiten bzw. die einheimische Produktion um neue Technologien zu bereichern. Beim Vorstoß auf den Auslandsmarkt rechnet Gaz allerdings mit Beistand des russischen Staates.

    Dem Pressesprecher von der Holding PusPromAvto, Wladimir Torin, zufolge verhandelt Gaz bereits mit mehreren ausländischen Produzenten über gemeinsame Produktion von Zulieferteilen außerhalb Russlands. Laut einem bereits geschlossenen Vertrag sollen im Jaroslawler Werk Awtodiesel schwere Dieselmotoren nach einer Lizenz von Renault Trucks hergestellt werden.

    Gaz sollte lieber ein Werk kaufen, das mit keinen langfristigen Verpflichtungen belastet ist, und dort die Herstellung von Gazel-Lkws in die Wege zu leiten, sagt Kirill Tschuiko von Uralsib. "Das um so mehr als Gaz bis zum Jahr 2011 seine Gazel-Exporte um rund 45 000 auf 185 000 Stück aufstocken will."

    Die wichtigsten Absatzländer sind die Türkei (2005 lieferte Gaz 3 500 Fahrzeuge), die Republik Südafrika (1 000 Fahrzeuge), Polen und Kuba (je 300 000 Fahrzeuge), teilte Gaz-Sprecher Sergej Lugowoj gegenüber RBC daily mit.

    Alexej Jasykow, Marktexperte von der Investmentgesellschaft Aton, steht dem Plan des Gaz-Werkes eher skeptisch gegenüber. Wenn sich das Werk für die Organisation der Gazel-Produktion im Ausland entschließen würde, würde es im besten Fall lediglich auf seine Kosten kommen, urteilt er. "Der Markt der gewerblich genutzten Lkws ist im Aufschwung, so dass die Gazel's in zwei bis drei Jahren nicht mehr den Anforderungen entsprechen werden." Gegenwärtig ist der günstige Preis der wichtigste Vorteil der Gazel-Lkws vor deren Konkurrenzen. Doch chinesische Hersteller haben in dieser Nische mehr Chancen", sagt Jasykow.

    Die Gruppe Gaz ist 2005 aus der Holding RusPromAvto hervorgegangen. Unter ihrem Dach sind das Automobilwerk Gorki (Gaz), Awtodiesel, die Bushersteller Pawlowski Autobus und Likinski Autobus sowie das Automobilwerk Ural vereinigt. Die Holding liefert Pkws, Klein-Lkws und Busse sowie Zulieferteile. Im Zeitraum von Januar bis September 2005 schloss die Gruppe Gaz mit einem Erlös von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro (gemäß Internationalen Rechnungslegungsstandards) ab.

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