13:04 22 Juli 2018
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    Russischer Stahlmagnat will Arcelor im Widerstand gegen Mittal Steel verstärken

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    Arcelor, Sewerstal und Mittal Steel (38)
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    MOSKAU, 12. April (RIA Novosti). Der russische Stahlmagnat Wladimir Lissin hat den Wunsch bekundet, bis zu 20 Prozent der Aktien des Stahlriesen Arcelor, dessen Zentrale in Luxemburg liegt, zu erwerben.

    Am Montag traf sich Lissin, dem das Hüttenwerk Nowolipezk (NLMK) gehört, mit Luxemburgs Wirtschaftsminister Jeannot Krecke, meldete die russische Tageszeitung "Wedomosti". Bei dem Treffen ging es um eine "Konsolidierung der Stahlbranche".

    Im Januar hatte der weltweite Branchenführer Mittal Steel 18,6 Milliarden Euro für Arcelor geboten. Doch der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker erklärte, Luxemburg werde seine 5,62 Prozent an Arcelor nie an Mittal verkaufen. Der russische Magnat rief bei der luxemburgischen Regierung offenbar mehr Sympathien hervor. In russischen Bankkreisen herrscht die Meinung, dass Lissin 5,62 Prozent der Arcelor-Aktien bei Luxemburg und Anteile anderer Aktionäre und Fiskusaktien (4 Prozent) kaufen kann. Dabei wird auch eine andere Variante nicht ausgeschlossen: "Das Arcelor-Management möchte mehrere Großaktionäre haben, um Mittal Steel zu widerstehen. Lissin kommt dabei ins Visier", verlautete aus einer Quelle. Dieser zufolge könnte Arcelor hierfür eine Zusatzemission vornehmen. "Jetzt ist eine Zusatzemission kaum wahrscheinlich, weil die Kleinaktionäre der Firma dagegen sind", sagt Alexander Jakubow, Analytiker von "Zentr Invest".

    Die französische Vereinigung für den Schutz der Rechte der Minoritätsaktionäre kündigte bereits an, dass die Aktionäre von Arcelor bei ihrer Versammlung am 28. April den Direktorenrat entlassen könnten, sollte die Firma ihr Kapital aufstocken.

    "Es ist auch möglich, die Aktien auf dem Markt zu erwerben. Das ist aber nicht die beste Variante", sagte Jakubow. 15 bis 20 Prozent von Arcelor kosten gegenwärtig zwischen vier und fünf Milliarden Dollar. Nachdem der Mittal-Konzern sein Übernahmeangebot vorgelegt hat, haben sich die Aktien deutlich verteuert und können im Falle eines Ankaufs weiter im Preis steigen. Lissin hat übrigens nur die Hälfte der erwähnten Summe. Den Rest könnte er sich unter Verpfändung der NLMK-Aktien leihen, sagte Jakubow.

    NLMK hat im vorigen Jahr 8,47 Millionen Tonnen Stahl produziert. Der Erlös im Zeitraum Januar bis September betrug 3,38 Milliarden Dollar (nach US GAAP), der Reingewinn lag bei 1,045 Milliarden Dollar. 82,4 Prozent der Aktien gehören Wladimir Lissin, der dem Direktorenrat vorsteht. Die Kapitalisierung ist mit 13,5 Milliarden Dollar angegeben.

    Arcelor hat im Jahr 2005 etwa 55 Millionen Tonnen Stahl hergestellt und ist somit der zweitgrößte Stahlproduzent der Welt nach Mittal Steel. Der Erlös der Firma betrug 32,6 Milliarden Euro, der Reingewinn - 3,8 Milliarden Euro. 81,5 Prozent der Aktien werden auf dem freien Markt gehandelt, vier Prozent gehören dem Fiskus, 5,62 Prozent sind im Besitz von Luxemburg, 3,55 Prozent gehören der spanischen Firma J.M.A.C.B.V. Wallonien (Belgien) besitzt 2,4 Prozent, 0,94 Prozent sind im Besitz der Arcelor-Belegschaft. Die Kapitalisierung beläuft sich auf 25,6 Milliarden Dollar.

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