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    "Wedomosti": Ausländische Direktinvestitionen in Russland kein Grund zur Freude?

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    MOSKAU, 24. April (RIA Novosti). Das Wirtschaftswachstum in Russland hängt faktisch nicht von direkten ausländischen Investitionen ab, dafür spornen sie die Inflation und eine Festigung des Rubels an, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Montag unter Berufung auf Experten des Instituts für Wirtschaft der Übergangsperiode.

    Weder die direkten ausländischen Investitionen noch der Kapitalzustrom insgesamt haben das Wachstumstempo der Russischen Wirtschaft in den Jahren 1994 bis 2004 beeinflusst, stellt Sergej Drobyschewski, Leiter der Abteilung Geld- und Kreditpolitik des Instituts, in seinem Bericht "Wechselwirkung zwischen dem Kapitalstrom und den makroökonomischen Hauptkennziffern in Russland", fest.

    Sein Koautor Pawel Trunin, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts, führt das allerdings auf den bescheidenen Umfang der Investitionen zurück. "Der Einfluss der direkten ausländischen Investitionen auf das Wirtschaftswachstum lässt sich erst einschätzen, wenn diese die Grenze von sechs Prozent des BIP überschreiten", meint auch Wladimir Salnikow, Experte des Zentrums für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognose. Heute machen diese Investitionen drei Prozent des BIP aus.

    Die "Nebeneffekte" zeigen sich allerdings auch beim jetzigen Umfang der direkten Investitionen, heißt es in der Studie des Instituts. Ein Zuwachs des Kapitalzustroms um ein Prozent "führt zu einem Anstieg des realen effektiven Devisenkurses um 0,68 Prozent (als Folge des wachsenden Devisenangebots) und der Konsumgüterpreise um 0,31 Prozent (als Folge der Vergrößerung der Geldmenge)", heißt es im Bericht. "Trotz der weit verbreiteten Meinung sind wir der Auffassung, dass die direkten ausländischen Investitionen kein Grund zur Freude sind", stellt Trunin fest.

    Die direkten ausländischen Investitionen haben aber auch viele Befürworter. Nach Ansicht von Olga Isrjadnowa, Leiterin der Abteilung Wirtschaftliche Strukturprobleme des Instituts, üben diese Investitionen einen qualitativen Einfluss auf die Wirtschaft aus, auch wenn sie die Wirtschaft nicht zum Wachstum anspornen. "In der Lebensmittelindustrie und im Kfz-Bau bremst der Anstieg der direkten ausländischen Investitionen den Import von Fertigerzeugnissen, was zur Entwicklung von Technologien und zu einer Verbesserung der Konsumtionsstruktur führt", betont sie.