15:34 16 August 2017
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    "Nesawissimaja Gaseta": Russland hat Europa mit Öl überfüttert

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    MOSKAU, 24. April (RIA Novosti). Russland hat Europa mit Erdöl überfüttert, schreibt Semjon Wainstok, Präsident der Ölgesellschaft Transneft, am Montag in der "Nesawissimaja Gaseta".

    In jedem Wirtschaftslehrbuch heißt es, dass der Preis bei einem übermäßigen Angebot sinkt, führt er weiter aus. Russland hat aber keine Möglichkeit, das Angebot zu verringern, weil der gesamte Export auf Europa orientiert ist. Sobald Lieferungen an China, Südkorea, Australien und Japan aufgenommen werden, wird ein Teil der heutigen Lieferungen nach Europa in die umgekehrte Richtung umgelenkt.

    Die Arbeit an der Ölpipeline Ostsibirien - Pazifik wird Ende April in Taischet beginnen. Danach wird die Pipeline in zwei Richtungen gebaut: Von Skowordino aus in Richtung Westen und von Taischet aus in Richtung Osten.

    "Von unseren chinesischen Partnern brauchen wir keinen Kredit", stellt Wainstok fest. "Wir vereinbaren mit ihnen ein Geschenk. Der Bau des gesamten Pipelinezweigs von Skoworodino bis zur chinesischen Grenze wird von der staatlichen chinesischen Gesellschaft CNPC finanziert."

    Ein weiteres Transneft-Projekt ist die Ölfernleitung Charjaga-Indiga, die die Timan-Petschowa-Ölprovinzen mit der Barentssee verbinden soll.

    Fraktionsmäßig unterscheidet sich das Öl von Timan-Petschora vom Öl aus den traditionellen Vorkommen, fügt der Transneft-Chef hinzu. Er schließt nicht aus, dass eine spezielle Ölsorte, z. B. Pechora Oil, auf dem Markt angeboten wird. Dieses Öl könnte mit Großtankschiffen in die USA geliefert werden.

    In Russland ist die Ölraffinerie-Branche unterentwickelt, stellt er fest. Sie befindet sich weiterhin in einem embryonalen Zustand. Die Quasi-Ölprodukte, die heute in Russland hergestellt werden, braucht im Ausland niemand. Russland kann nur begrenzte Mengen Dieseltreibstoff, Heizöl und Destillatbenzin exportieren, das anschließend verarbeitet wird. "Wenn wir ein entwickelter Staat sein wollen, müssen wir uns beeilen, widrigenfalls bleiben wir weiterhin ein Entwicklungsland mit einer rohstofforientierten Wirtschaft", betont er.

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