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    "Bisnes": Bürokratie bremst Wirtschaftswachstum

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    MOSKAU, 02. Mai (RIA Novosti). Die bürokratische Maschinerie wächst in Russland immer schneller: In den zurückliegenden drei Jahren ist die Anzahl der Beamten um rund 17 Prozent angestiegen, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Dienstag. Zugleich hat sich die Arbeitsproduktivität im Staatssektor um sieben Prozent vermindert. Nach Ansicht von Experten hat der Staatsapparat die Verwaltungsreform abgewürgt, nun bremst ?r auch das Wirtschaftswachstum.

    Jewgeni Gawrilenkow, leitender Wirtschaftsexperte der Investmentgesellschaft Troika Dialog, bezeichnet die Zahl der Beamten als "unanständig". "In der Marktwirtschaft ist das einfach unzulässig", meint er. Zugleich sind keine Anzeichen für die Zügelung dieser Erscheinung in Sicht.

    Nach Ansicht von Experten wird es für den Staat kein Problem sein, die Beamten zu ernähren, solange die Ölpreise hoch sind. Da aber die Ölpreise in den nächsten Jahren kaum stark zurückgehen werden, heißt es in einem Troika-Dialog-Bericht, so wird die zahlenmäßige Stärke des Staatsapparats bestenfalls auf dem früheren Niveau bleiben, wenn nicht wachsen. Je größer aber der Staatsapparat, desto mehr Geld wird aus der Wirtschaft herausgenommen, um die Beamten zu bestechen. Umso stärker wird auch das Wirtschaftswachstum gebremst.

    Dmitri Oreschkin, Leiter der Forschungsgruppe Mercator, ist der Auffassung, dass die Verwaltungsreform gescheitert ist. Waren für eine staatliche Entscheidung früher Abstimmungen mit 50 Institutionen notwendig, so sind jetzt 80 Resolutionen erforderlich. "Die Staatsmaschinerie ist sperrig und uneffektiv", sagt der Experte.

    "Von Effektivität kann keine Rede sein", so Oreschkin. "Ein gutes Beispiel dafür ist der Konzern AvtoVAZ: Seit das dortige Management von Staatsbeamten abgelöst wurde, verringerte sich der Gewinn auf ein viertel, während die Kapitalisierung des Unternehmens um acht Prozent zurückging."

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