22:04 21 Juni 2018
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    "Bisnes"/"Wedomosti": Rosneft-Börsengang wird voraussichtlich halbiert

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    MOSKAU, 03. Mai (RIA Novosti). Der IPO-Umfang der Ölgesellschaft Rosneft kann voraussichtlich auf weniger als die Hälfte reduziert werden. Das Geld soll nur für die Rückzahlung des Kredits ausreichen, der für den Erwerb von Gasprom-Aktien aufgenommen wurde, berichten die Tageszeitungen "Bisnes" und "Wedomosti" am Mittwoch.

    Diese Entscheidung wird von Experten weitgehend begrüßt.

    Sergej Jeschow, Vizedirektor des Unabhängigen Brennstoff- und Energie-Instituts: Der geplante Börsengang widerspricht der Politik, die auf eine Festigung der Rolle des Staates in der Öl- und Gasförderung gerichtet ist. In den meisten Öl- und Gasförderländern agiert der Staat über eine 100-prozentig staatliche nationale Ölgesellschaft, die im Namen des Staates die Förderung betreibt bzw. sich an gemeinsamen Projekten (u. a. zu Product-Sharing-Bedingungen) beteiligt. Bei uns war Rosneft ein Kandidat für diese Rolle. Bei der Umstellung auf eine einheitliche Aktie wird jedoch ein Teil des Rosneft-Kapitals an die Tochter-Aktionäre gehen, was die Rolle des Staates in Rosneft auch ohne IPO verringern wird. Da der Staat derzeit keinen starken Bedarf an Devisen empfindet, wirkt die Verringerung des IPO-Umfangs durchaus logisch.

    Igor Wassiljew, Analytiker der Investmentgesellschaft Financial Bridge: Der von Rosneft angekündigte IPO-Umfang von mehr als 30 Prozent der Aktien, womit rund 20 Milliarden Dollar mobilisiert werden sollen, stößt an die Grenze der Investorenmöglichkeiten für eine einmalige Aktion. Deshalb wäre es für Rosneft logisch, die Aktien Teil für Teil anzubieten, wie das beispielsweise von "Jewrgas" gemacht wird.

    Juri Kafijew, Chefanalytiker des Unternehmens Regiongasfinans: Dieser Schritt erscheint mir vernünftig. Wozu sollte die Gesellschaft Yukos weggenommen werden - nur um diese dann an Ausländer zu verkaufen? Dabei will der Staat die Energieaktiva konsolidieren und diese selbst kontrollieren. Wozu die Aktiva verkaufen, wenn der Ölpreis wächst und die Aktien in einiger Zeit viel mehr kosten werden? Schwierigkeiten sind auch nach empörenden Stimmen im Westen entstanden. Im Endergebnis erscheint dieser Beschluss richtig: Möglichst wenig Aktien anzubieten, um die Rosneftegas-Schulden zu begleichen und erfolgreiche IPO-Erfahrungen zu bekommen. Bei dem begrenzten Angebot sollte der Börsengang problemlos verlaufen.

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