01:17 16 Juli 2018
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    "Gaseta. Ru": Europa kommt von Gasprom nicht los

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    MOSKAU, 11. Mai (RIA Novosti). Der Kreml behauptet weiterhin, dass seine Energiepolitik vollständig entpolitisiert ist und ganz den Marktprinzipien entspricht, schreibt die Internet-Zeitung "Gaseta.Ru".

    Der Minister für Industrie und Energiewirtschaft, Viktor Christenko, hat fast wortwörtlich die jüngsten Äußerungen von Präsident Wladimir Putin wiederholt und erklärt, die europäischen Politiker seien in der Frage der Energiesicherheit nicht objektiv. In der Europäischen Union ist man skeptisch und empfiehlt den EU-Mitgliedern, die Gaslieferungen zu diversifizieren. Wie die Experten jedoch sagen, kann Europa gegenwärtig noch gar nicht auf Gasprom-Lieferungen verzichten.

    Analytiker stellen sich im Streit der Europäischen Union mit den russischen Behörden eher auf den Standpunkt der Letzteren. "Die Europäische Union irrt sich, wenn sie Gasprom als außenpolitisches Instrument Russlands bezeichnet", meint Anton Rubzow, Analyst der Investitionsgesellschaft Ray, Man & Gor Securities. "Es stimmt, dass die Tätigkeit des Konzerns auf höchster Ebene kontrolliert wird. Sein Hauptlobbyist ist Präsident selbst. Aber das ist keine Politik: Der Kreml kümmert sich in erster Linie um die außenwirtschaftlichen Interessen Russlands, die mit den Wirtschaftsinteressen von Gasprom eng verflochten sind".

    "Natürlich gibt es eine gewisse Politisierung. Und Russland verfolgt seine politischen Ziele, aber nicht mehr als es die Europäische Union tut", behauptet Alexej Kormschtschikow aus der Finanzgesellschaft Uralsib. "Europa ist an niedrigen Gaspreisen und stabilen Lieferungen interessiert, wofür es politischen Druck ausübt."

    Mit Viktor Christenko, der die Position einer Reihe von ausländischen Staaten kritisiert, die Gasprom nicht an ihre Gasverteilungssysteme lassen, ist Anton Rubzow solidarisch: "Es ist unverständlich, warum man in Europa auf jede Art und Weise die Versuche von Gasprom blockiert, Gas unmittelbar an die Verbraucher zu liefern. Solche Handlungen entsprechen vollkommen nicht den früheren Erklärungen Europas über die Schaffung eines freien Gasmarktes."

    Die Möglichkeiten der Europäischen Union, die Abhängigkeit vom russischen Gas zu vermindern, sehen die Experten kritisch. "Vorerst ist es kompliziert, eine Alternative zu Gasprom-Lieferungen zu finden. Selbst wenn sich eine solche findet, hat Russland Märkte, die Gas brauchen. Das sind Amerika und die Länder der asiatisch-pazifischen Region. Ich bin sicher, dass eine Reihe von europäischen Ländern, in erster Linie Deutschland, auf das russische Gas nicht verzichten wird", so Rubzow.

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