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    "Bisnes": Russlands Rubel als europäische Reservewährung?

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    MOSKAU, 11. Mai (RIA Novosti). Russlands Präsident Wladimir Putin hat in seiner Rede zur Lage der Nation am Mittwoch vorgeschlagen, die Nationalwährung, den Rubel, nicht wie zuvor geplant erst 2007, sondern schon ab 1. Juli 2006 frei konvertierbar zu machen.

    Daraufhin versprach Finanzminister Alexej Kudrin, dass der Rubel demnächst neben dem US-Dollar, dem Euro und dem japanischen Yen von anderen Staaten als Reservewährung genutzt wird, berichtet die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Donnerstag. Wirtschaftsexperten halten das zwar für möglich, glauben jedoch nicht, dass ausländische Zentralbanken in den nächsten Jahren mehr als 50 Milliarden Dollar in Rubel konvertieren werden.

    Unter den wahrscheinlichen Käufern des Rubels erwähnte Kudrin China, das mit 875 Milliarden Dollar über die weltweit größten Devisenreserven verfügt, sowie GUS- und sogar einige europäische Staaten.

    China könnte einen Teil seiner Reserven in Rubel konvertieren, um die Investitionen in US-Dollar zu reduzieren, sagt Wladimir Pantjuschin von der Investmentgruppe Renaissance Capital. Ihm zufolge könnten auch GUS-Staaten die russische Nationalwährung kaufen.

    Die europäischen Banken werden aber keinen Grund haben, russische Rubel zu horten, wenn diese bei den europäischen Partnern der russischen Firmen nicht gefragt werden, urteilt Jewgeni Nadorschin von der Investmentbank Trust. Europäische Staaten beziehen Rohstoffe aus Russland und könnten sich mit der Zeit auch für Investitionen in den Rubel entscheiden, äußert Wladimir Tichomirow, Volkswirt der Finanzkorporation Uralsib. Zu den möglichen Käufern der russischen Währung rechnet er neben dem ganzen Osteuropa auch Deutschland, Italien, Frankreich und in weiter Zukunft sogar Großbritannien.

    Der Rubel werde sich aber keiner großen Nachfrage erfreuen, prognostiziert Tichomirow. "Kaum mehr als 30 bis 50 Milliarden Dollar in den nächsten Jahren, weil Russlands Anteil am Welthandel unter drei Prozent liegt."

    "Selbst wenn die Europäische Zentralbank zehn Milliarden Dollar in Rubel investieren würde, wäre das eine beträchtliche Summe", urteilt Nadorschin. Um das Vertrauen in den Rubel zu verstärken, müsste Russland seine Wirtschaft differenzieren, erwidert Pantjuschin. Dafür seien mindestens fünf Jahre notwendig. Wenn das gelingt, könnte Russland seine Wirtschaft schneller mit Geld sättigen (das Verhältnis der Geldmenge zum BIP erhöhen) und zugleich die Inflation senken, sagt der Trust-Experte.

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