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    Russischer Aktienmarkt schloss schwächer - Schwache Nachfrage

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    MOSKAU, 11. Mai (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat am Donnerstag schwächer geschlossen. Bei den meisten russischen Schwergewichten setzte sich in der zweiten Tageshälfte ein Abwärtstrend durch.

    Analysten gehen davon aus, dass die Kurskorrekturen nach unten auch weiter anhalten werden. Der Leitindex RTS sank zum Handelsschluss um 0,92 Prozent auf 1723,97 Punkte. Der Umsatz schrumpfte um etwa vier Millionen auf 125 Millionen Dollar. Der MICEX-Index gab um 0,6 Prozent auf 1534,51 Punkte nach.

    Zur Eröffnung der Sitzung wurde ein Anstieg bei den meisten liquiden Aktien registriert. Gestützt hätten nach Worten von Analysten die anhaltend hohen Ölpreise auf den internationalen Märkten vor dem Hintergrund der gestiegenen Nachfrage nach Benzin in den USA und der angespannten Situation um den Iran. Auch die Metallpreise haben angezogen.

    Am Nachmittag blieb der Optimismus der Händler aus, die sich für Gewinnmitnahmen entschieden. Grund dafür seien Kommentare der US-Notenbank Fed: Entgegen der Erwartung wurde keine klare Prognose in Bezug auf die künftige Leitzinspolitik der obersten Währungshüter in Washington gegeben. Die Investoren gingen davon aus, dass der Leitzins in diesem Jahr noch weiter angehoben wird.

    "Gleich zu Beginn der Sitzung in Moskau wurde ein Anstieg registriert. Aber bald setzten sich Kurskorrekturen nach unten durch", sagte der stellvertretende Generaldirektor des Investmenthauses OLMA, Alexej Bystrow. "Bis vor kurzem inspirierte der russische Markt die Investoren durch seinen Steigflug: Seit Jahresbeginn legte der RTS-Index um fast 60 Prozent zu. Einige Spekulanten hielten diese Dynamik für zu stark und bevorzugten Gewinnmitnahmen. Ein Signal für Kurskorrekturen kam aus Übersee: Die Fed gab wider Erwarten keine klaren Anweisungen zur Einstellung der Leitzinserhöhungen", sagte der Experte.

    Die jüngsten Gewinnmitnahmen in Moskau führte Wadim Sujew vom Investmenthaus Russische Finanztraditionen nicht auf eine mögliche Verschlechterung der makroökonomischen Statistiken und nicht auf Erklärungen der Fed, sondern auf die Nervosität der Händler zurück.

    "Im Unterschied zum Mittwoch, als einzelne Papiere stark im Plus waren (wie zum Beispiel Norilsk Nickel mit 5,17 Prozent), wurden Aktien der meisten wichtigsten Unternehmen am Donnerstag ins Minus gedrückt, darunter auch zeitweise von Gasprom", sagte Sujew.

    Aber kurz vor Börsenschluss machten Gasprom ihre Tagesverluste wett und notierten im klassischen RTS-Handel mit plus 0,41 Prozent bei 12,25 Dollar. Die meisten anderen Großunternehmen mit besonders liquiden Papieren schrieben rote Zahlen: Titel des Ölförderers Lukoil verbilligten sich um 1,4 Prozent auf 91,5 Dollar, Papiere des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) um 1,66 Prozent auf 0,769 Dollar und Werte der Sparkasse Sberbank um 2,63 Prozent auf 1850,0 Dollar. Aktien des gestrigen Marktführers Norilsk Nickel büßten am Donnerstag um 0,33 Prozent auf 152,0 Dollar ein. Alexej Worobjow vom Investmenthaus Maxwell Capital ist der Ansicht, dass der RTS-Index in den nächsten Tagen auf 1550 Punkte weiter fallen wird. "Dabei wirken sich sowohl fundamentale als auch technische Daten der Unternehmen mit besonders liquiden Papieren aus, die deutlich überbewertet waren. Höchstwahrscheinlich sind sich die Investoren nun endlich darüber klar geworden, dass die Bäume nicht unendlich hoch wachsen können", sagte der Analyst.

    Diese negative Dynamik wird nach Worten von Stanislaw Kleschtschow vom Investmenthaus Financial Bridge vor dem Hintergrund ziemlich positiver Vorgaben von internationalen Börsen registriert. "Das zeugt ein weiteres Mal von der Schwäche des russischen Aktienmarktes." "Ausgehend von der Dynamik des Handels in den letzten beiden Tagen kann man ziemlich sicher vom Beginn einer Kurskorrektur auf dem russischen Markt sprechen. Bei einer ungünstigen Entwicklung dürfte der Index um 20 bis 25 Prozent vom gegenwärtigen Wert nachgeben", betonte der Experte.

    Dagegen ist Wadim Sujew der Ansicht, dass es noch verfrüht wäre, vom Beginn eines stabilen Abwärtstrends zu sprechen, geschweige denn von einem Umkehrtrend.

    "Man kann lediglich feststellen, dass die Bären, die jetzt auf dem Markt die Oberhand gewonnen haben, ihre Ambitionen nach monatelangem Anstieg realisieren. Wir denken, dass ihr Elan nicht lange anhält, und der Markt wieder steigen wird. Aber bis zum Wochenende ist mit einer schwachen Dynamik zu rechnen. Bestenfalls wird der Aktienmarkt mit 1720 bis 1730 Punkten beim RTS-Index aus der Börsenwoche gehen", sagte Sujew.

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