19:59 23 September 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    "Bisnes": Russischer Technologiekonzern zieht sich aus Iran zurück

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 5 0 0
    MOSKAU, 12. Mai (RIA Novosti). Der russische Technologiekonzern Technopromexport hat seine Bereitschaft angekündigt, auf den Bau eines Kraftwerkes im Iran zu verzichten und seine Vertretung in diesem Land zu schließen, berichtet die Zeitung "Bisnes" am Freitag.

    Experten sehen hinter der Demarche der hundertprozentig staatlichen russischen Firma sowohl politische Gründe als auch den Wunsch von Technopromexport, aus einem kaum realisierbaren Projekt rechtzeitig auszusteigen.

    Die Beteiligung von Technopromexport an der Errichtung eines ersten Kohlekraftwerkes im Iran (Tabas) und an dem Ausbau der Kohlevorkommens Mazino-1 war noch 2001 vereinbart worden. Der Wert der Arbeiten war damals mit 500 Millionen Dollar beziffert worden. Drei Jahre später schrieben iranische Behörden den Bau des Kraftwerkes in einem offenen Wettbewerb aus, bei dem Firmen aus Deutschland, China, Frankreich und Korea ihre Bewerbungsanträge einreichten.

    Einer der Gründe, warum sich Technopromexport aus dem Iran zurückziehen will, bestehe darin, dass der tatsächliche Wert der auszuführenden Arbeiten 800 Millionen Dollar beträgt, erläutert Konzernchef Sergej Moloschawyj. "So viel kann der Iran nicht bezahlen. Aber mit Verlust arbeiten, damit der Iran eine Atombombe bauen kann, wollen wir nicht."

    Der Ausstieg der russischen Staatsfirma aus dem iranischen Projekt widerspiegle Moskaus Ärger darüber, dass Teheran im Atomstreit mit der Weltgemeinschaft das russische Angebot (zur Urananreicherung auf russischem Boden) missbraucht hat, um die Gespräche zu verzögern, ohne es ernst zu nehmen, urteilt Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Moskauer Zentrums für politische Technologien.

    Der Iran-Experte Radschab Safarow ist gegenteiliger Meinung. "Die Ankündigung von Technopromexport hat kaum etwas mit der Staatspolitik zu tun. Sehr wahrscheinlich geht es um Versuch, sich aus dem Iran zurückzuziehen, ohne das Gesicht zu verlieren", sagt Safarow, der dem Zentrum für moderne Iran-Studien vorsteht. Die iranische Staatsführung sei seit langem mit der Qualität der Leistungen von Technopromexport unzufrieden, so dass der russische Staatskonzern offenbar geringe Chancen hatte, die Ausschreibung zu gewinnen, urteilt der Experte. "Die iranische Energiewirtschaft entwickelt sich auf hohen Touren und benötigt Technologien, aber nicht unbedingt russische."

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren