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    Russischer Aktienmarkt weiter auf Talfahrt

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    MOSKAU, 12. Mai (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat die Talfahrt am letzten Tag der Börsenwoche fortgesetzt. Analysten rechnen auch in der kommenden Woche mit anhaltenden Gewinnmitnahmen.

    Der russische Leitindex RTS verlor zum Börsenschluss 2,49 Prozent auf 1681,07 Punkte. Der Umsatz im klassischen RTS-Handel lag mit 122 Millionen US-Dollar etwa auf dem Vortagsniveau. Der MICEX-Index schloss mit minus 3,32 Prozent bei 1483,62 Punkten.

    Gleich zu Beginn des Handels setzte sich ein Abwärtstrend durch. Analysten führten diesen auf ungünstige Vorgaben von Außenmärkten zurück, so auf sinkende Indizes an den wichtigsten Börsen. Dabei sei der Anstieg der Rohstoffpreise in den Hintergrund gerückt, hieß es in Moskau.

    "Der Handel an der Moskauer Börse wurde am Freitag weitgehend durch den spürbaren Rückgang von US-Indizes am Vortag gebremst", sagte Pawel Metzger vom Investmenthaus Amity.

    "Das Verhalten der Indizes der führenden Weltmärkte nach der Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed gibt dem russischen Aktienmarkt keinen Grund für Optimismus", sagte Oleg Schagow von der Promsvyazbank.

    "Unter dem Einfluss der wachsenden Inflationsbefürchtungen als Folge der überaus hohen Rohstoffpreise und der möglichen weiteren Leitzinserhöhung in den USA sind die Indizes auf den Märkten Amerikas, Europas und Asiens jäh gefallen. Der russische Markt war keine Ausnahme und sank ebenfalls im Schlepptau dieser Tendenz. Die Welle der Gewinnmitnahmen von Ost und West hat den russischen Aktienmarkt stark unter Druck gesetzt", betonte Schagow.

    Besonders sensibel gegenüber der Leitzinspolitik sei der Banksektor. Eben deshalb seien Aktien der russischen Sparbank Sberbank in den zurückliegenden drei Tagen um mehr als sieben Prozent abgesackt, sagte Schagow.

    Werte des weltweit größten Gasproduzenten, Gasprom, verbilligten sich im klassischen RTS-Handel um 4,08 Prozent auf 11,75 Dollar. Titel des größten russischen Ölförderers, Lukoil, notierten 1,8 Prozent im Minus bei 89,85 Dollar. Papiere des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) rutschten um 2,21 Prozent auf 0,752 Dollar ab. Sberbank büßten um 2,97 Prozent auf 1795,0 Dollar ein.

    Ungeachtet der beispiellos hohen Metallpreise gingen Aktien des Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel mit einem starken Minus von 3,29 Prozent auf 147,0 Dollar aus dem Handel. Filipp Lyssenko vom Investmenthaus Financial Bridge ist der Ansicht, dass Norilsk Nickel in nächster Zeit wieder zur Antriebskraft des russischen Aktienmarktes werden.

    "Die infolge der Feiertage verkürzte Woche erwies sich als ungünstig für Spekulanten, die zum Spiel auf Hausse neigen", sagte Sewastjan Kosizyn vom Investmenthaus BrokerCreditService. "Große Spieler beschlossen, die Eckwerte der russischen Rohstoffgiganten unter die Lupe zu nehmen. Das Spiel auf Hausse ist ihnen überdrüssig geworden - Gewinnmitnahmen erfolgten gleich nach den Feiertagen. Die Euphorie nach der stürmischen Rallye, die wir seit einem Jahr beobachten, schreckt einige Investoren ab", sagte der Experte.

    "Wenn aber die Öl- und Metallpreise weiter anziehen, wird der russische Leitindex noch mehrmals Rekordhöhen erklimmen", betonte Kosizyn.

    Zu den positiven Nachrichten zählte Pawel Metzger die Entscheidung, EES-Vorzugsaktien zum 31. Mai in den Index MSCI Emerging Markets aufzunehmen. "Die am Freitag von Finanzminister Alexej Kudrin abgegebene Erklärung, dass zum 1. Juli alle Einschränkungen für den Transfer von Kapital im Lande aufgehoben werden, soll zu einer spürbaren Sanierung des Investitionsklimas in Russland beitragen", sagte Metzger.

    Bei weiter fallenden westlichen Indizes würden auf dem russischen Aktienmarkt die Kurskorrekturen nach unten anhalten. Russische Papiere seien überbewertet, deshalb könnten sich die Gewinnmitnahmen intensivieren, so der Experte.

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