18:49 22 August 2017
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    Putins Assistent Schuwalow: Der Präsident scherzt nicht

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    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Ein Austausch von Vermögenswerten im Energiebereich ist ein wirksames Instrument für die Gewährleistung einer stabilen globalen Energiesicherheit, die aus der Sicherheit des Energieangebots und der Energienachfrage besteht. Das stellte Igor Schuwalow, Assistent des Präsidenten Russlands, in einem am Dienstag in der "Nesawissimaja Gaseta" veröffentlichten Interview.

    Unsere Konzeption bedeutet: Erstens - Europa wird sich stets unserer Energielieferungen sicher sein, zweitens - wir werden eine Umgestaltung unserer Wirtschaft gewährleisten können. Ohne "zweitens" ist "erstens" für uns überhaupt nicht interessant.

    Europa muss begreifen, dass sich die Situation verändert hat, führte Schuwalow weiter aus. Russland ist kein Rohstoffland und betrachtet diesen Zustand seiner Wirtschaft als einen vorübergehenden. Ihr wollt unser Öl und unser Gas? Wir geben euch das und gewährleisten stabil die globale Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig entwickeln unsere Energiegesellschaften ihr Geschäft im Ausland auf gegenseitiger Grundlage.

    Die Integration unserer Energieunternehmen ins globale Energiesystem ist für alle annehmbar. Wir sind daran interessiert, dass die westlichen Technologien und Erfahrungen uns bei der Entwicklung helfen, damit wir unsere Wirtschaft in eine Wirtschaft umwandeln können, die auf Kenntnissen und nicht nur auf Öl und Gas beruht. Wir sprechen darüber bereits seit vielen Jahren. Jetzt, vor dem Russland-EU-Gipfel, begreifen die Europäer endlich, dass Putin keine Scherze macht.

    Wenn Europa unsere Bedingungen nicht annimmt, werden wir den Export von Energieträgern nach Europa als ein momentanes, aktuelles und konjunkturbedingtes Wirtschaftsinteresse betrachten, solange wir uns nichts Anderes gefunden und die Pipeline nach China nicht fertig gebaut haben. Jedenfalls sind Europa und wir aufeinander angewiesen, mit einer globalen Energiesicherheit wird das aber nichts mehr zu tun haben.

    Wir sind bereit, Europa langfristig mit Öl und Gas zu versorgen und dabei eine Spitzenrolle zu übernehmen. Wir werden unsere Expansion weiterhin betreiben. Gemeinsam mit europäischen Energiegesellschaften, wenn sie das wollen. Wir werden aber an der Spitze liegen, das ist jetzt bereits klar.

    Europa strebt eine Diversifizierung seiner Energiequellen an, wir wünschen uns eine Diversifizierung der Energieabsatzmärkte.

    "Wir sagen ihnen: Wenn ihr mit unserer Konzeption der Energiesicherheit nicht einverstanden seid, so werden wir uns genauso verhalten wie ihr. Wenn ihr dauernd nach anderen Kontakten für Energielieferungen aus Drittländern sucht, dann werden auch wir nach anderen Märkten suchen, beispielsweise eine Pipeline in Richtung China bauen", fügte Igor Schuwalow hinzu.

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