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    "Wedomosti": Moskau hat Chance auf einen Energie-Kompromiss mit Europa

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    Beziehungen Russland - EU (39)
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    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Nach der scharfen Kritik an der Politik Wladimir Putins in Dick Cheneys Rede in Vilnius ist nun klar, dass der russische G8-Vorsitz nicht gerade glatt verlaufen wird. Moskau hat aber Chancen, Europa für sich zu gewinnen und eine einheitliche antirussische Koalition beim G8-Gipfel zu verhindern, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Dienstag.

    Russlands Position beim bevorstehenden G8-Gipfel in Petersburg wird in vieler Hinsicht vom Erfolg der Verhandlungen beim Russland-EU-Gipfel abhängen. Am Donnerstag werden in Sotschi ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen Russland und der EU und - wie inzwischen üblich - Probleme der Energiesicherheit erörtert. Das letztere Thema ist der Schlüssel zu den europäischen Besorgnissen über Russlands Wirtschaft.

    Nicht nur Russland, sondern auch Europa braucht Russlands Reformen. Wie aus einem Bericht der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ersichtlich ist, führt eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im GUS-Raum zu einem ähnlichen Prozess in Europa. Zuvor hatten OECD-Experten mit Besorgnis auf eine Verringerung des Investitionswachstums in der russischen Öl- und Gasbranche verwiesen, was zu einer entsprechenden Verlangsamung des Förderwachstums führte. Diese Tendenz lag allen kritischen Bemerkungen europäischer und internationaler Institute zu Grunde, die darüber besorgt sind, dass Russland eventuell bald schon nicht mehr in der Lage sein wird, Europa in erforderlichem Umfang mit Öl und Gas zu versorgen.

    Wenn sich die Verlangsamung des Wachstumstempos in der russischen Wirtschaft hauptsächlich auf Osteuropa auswirkt, so würden Probleme mit russischen Gaslieferungen zu einem Rückgang der gesamten europäischen Wirtschaft führen. Es geht aber nicht nur um Europa. OECD-Experten meinen beispielsweise, dass der einzige Weg zur Diversifizierung der russischen Wirtschaft in einer Steigerung des Öl- und Gasexports besteht.

    Auf der Basis der gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit könnten Europa und Russland durchaus einen Kompromiss erzielen, und die G8 wird dann für niemanden zu einer Qual. Mit einem solchen Ausgang hat Russland auch gerechnet, als es die Energiesicherheit zum Hauptthema des Gipfels erklärt hat. Es hat aber mit der Artillerievorbereitung etwas übertrieben. Nun bringen die Ausfälle der USA, die keineswegs direkt vom russischen Gas abhängen, Moskau zurück auf den Weg der Verhandlungen mit Europa. Bis nach China muss die Pipeline noch lange gebaut werden, die Öldollars aus Europa fließen aber stetig.

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