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    Russlands Börsen am Dienstag: Ende der Talfahrt?

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    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Die russischen Wertpapiermärkte begannen den Dienstag angesichts steigender Erdölpreise mit einem Wachstum der wichtigsten Indizes. Analysten prophezeien für den Tagesverlauf eine Kurskorrektur nach Oben, doch die Investoren warten die Stellungnahmen des Notenbankchefs der USA ab.

    Der RTS-Index legte mit Stand von 10.33 Uhr Moskauer Zeit gegenüber dem Handelsabschluss von Montag um 0,39 Prozent zu und erreichte 1 323,65 Punkte. Um 1,66 Prozent legte der MICEX-Index zu und stieg auf 1 162,76 Punkte.

    "Vor dem Hintergrund einer Stabilisierung und sogar eines leichten Preisaufschwungs bei Energieträgern erwarten wir heute eine Erholung. Die Aufmerksamkeit der einheimischen Analysten ist jedoch auf die Veröffentlichung der Bilanzwerte von Lukoil nach GAAP gerichtet", stellte der Leiter der Analyseabteilung von NetTrader, Alexander Potawin, fest.

    Er meint zudem, dass die Blicke der Investoren heute hauptsächlich auf Amerika gerichtet sind, wo der Notenbankchef der USA und der US-Finanzminister um 18.00 Uhr Moskauer Zeit vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington das Wort ergreifen werden.

    Wadim Sujew, Analyst der Investmentgesellschaft Russische Finanztraditionen, äußert sich ähnlich. Er erwartet, dass der Markt heute wieder zulegt: "Wahrscheinlich können wir in der ersten Tageshälfte das Ende der Kurskorrekturen beobachten. Und weiter, das hoffen wir jedenfalls, werden die `Bärendienste´ des Marktes nicht mehr benötigt. Nach einem so starken Kurseinbruch könnte es zu einem Plus von 5 bis 6 Prozent kommen. Das Niveau, welches wir beobachten, ist schon ziemlich gefährlich. Bei einem weiteren Kursverfall riskieren wir eine Rückkehr zu den Kennziffern des Herbstes 2005, als der RTS-Index bei 1000 bis 1500 Punkten lag. Wir brauchen dringend optimistische Nachrichten, die den Markt beleben und ein Grund für Optimismus sind."

    Den Aktien der russischen Unternehmen, vor allem der Erdölgesellschaften, komme den Analysten zufolge das gestrige Wachstum der Erdölpreise zu Hilfe. "Je niedriger die Börsenkurse der Erdölgesellschaften sind, desto attraktiver sind sie bei gleich bleibenden Ölpreisen für Investitionen. Die Investmentgesellschaften kommen in diesem Zusammenhang nicht nach, ihre Empfehlungen nach Oben zu korrigieren", meint Alexander Potawin. Und doch hat bislang nichts den Absturz aufhalten können.

    "Aber trotzdem: Wir erwarten, dass die Korrektur gegenüber dem momentanen Kurseinbruch nicht weniger kraftvoll ausfallen wird", unterstrich er.

    Für eine bloß nervöse Reaktion hält Dmitri Rojenko, Chef für Investitionen bei Olma, das gestrige Abstoßen von Aktien. "Heute mag der Abwärtstrend zum Stillstand kommen. Die gestrigen Verkäufe waren emotional motiviert, und heute kann es durchaus eine Aufwärtsentwicklung geben. Der Erdölmarkt ist schon auf dem Weg nach Oben", stellte er fest.

    Die Lage auf den Entwicklungsmärkten beherrscht in letzter Zeit jedoch die großen Fonds. Wenn sie ihre Mittel in weniger riskante Aktiva abziehen sollten, dann kann es auch auf dem russischen Markt weiter zu einer Korrektur nach Unten kommen, ergänzt Rojenko.

    "Ich nehme an, dass der gegenwärtige Kurs sehr attraktiv für Aufkäufe ist. Investoren mit starken Nerven versetzt er in die Lage, ,billige' Portefeuilles auf langfristige Perspektive anzulegen", resümiert der stellvertretende Abteilungsleiter für Wertpapiere der RosEuroBank, Roman Kalinin.

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