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    Sturzflug des russischen Aktienmarkts gestoppt - Hohe Ölpreise beflügeln

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    Einbruch des russischen Effektenmarktes (12)
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    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat die schweren Vortagsverluste am Dienstag größtenteils wettgemacht. Die meisten Schwergewichte notierten zum Börsenschluss in der Gewinnzone.

    Zugleich sind die Analysten der Ansicht, dass die Situation weiterhin ungewiss bleibt. Es wäre noch verfrüht, davon zu sprechen, dass sich auf dem russischen Aktienmarkt ein Aufwärtstrend durchgesetzt habe, hieß es in Moskau.

    Der russische Leitindex RTS notierte mit plus 6,75 Prozent bei 1407,49 Punkten. Der Umsatz im klassischen RTS-Handel verringerte sich leicht auf 157 Millionen Dollar. Der MICEX-Index legte um 10,68 Prozent auf 1265,89 Punkte zu.

    "Heute hat der russische Wertpapiermarkt bei seinem neuntägigen Sturzflug nun endlich eine Verschnaufpause genommen", sagte Jaroslaw Ljachow von der InterPromBank. "Allerdings trieben die ersten 30 Minuten des Handels selbst die unerschütterlichsten Investoren beinahe in die Verzweiflung: Aktien der größten Emittenten öffneten mit einem Plus von einem bis eineinhalb Prozent und sanken darauf um drei bis fünf Prozent. Dann kam es zu einer jähen Kehrtwende, zeitgleich mit einer Erklärung des Chefs des Föderalen Dienstes für Finanzmärkte Russlands, Oleg Wjugin, dass es für einen Rückgang auf dem russischen Aktienmarkt keine fundamentalen Ursachen gebe", sagte Ljachow.

    Aber dieser Anstieg auf dem Markt dürfe nicht überschätzt werden, wenngleich die Preise für russische Papiere derzeit attraktiv seien, fuhr der Experte fort. "Das, was wir jetzt beobachten, ist ein technischer Sprung, der durch einen Abwärtstrend abgelöst werden könnte. Wir gehen davon aus, dass 1300 RTS-Punkte ein starkes Niveau für die Unterstützung sind. Aber zuerst kommt es darauf an, Fuß auf dieser Marke zu fassen. Erst dann könnte die Rede von einem beständigen Aufschwung sein", sagte Ljachow.

    Ihm pflichtete auch Anton Starzew vom Investmenthaus OLMA bei. "Es wäre noch verfrüht, von einer endgültigen Wiederherstellung des Aufwärtstrends beim russischen RTS-Index zu sprechen, weil sich Kurskorrekturen nach oben noch nicht bei den Aktien zweiter Reihe durchgesetzt haben... Ungewiss bleibt die Lage auf mehreren internationalen Börsen. Schätzungen von Analysten zufolge ist eine gewisse Periode der Konsolidierung beim RTS-Index möglich."

    Starzew zufolge wuchsen die meisten russischen Blue chips am Dienstag mit einem ähnlichen Tempo, in welchem sie am Vortag abgesackt waren. "Die Marktteilnehmer sind sich anscheinend darüber klar geworden, dass die vorangegangene Kurskorrektur nach unten zu tief war. Zu einer Umstimmung der Spekulanten trug die Situation auf den Weltmärkten bei: Mehrere Indizes stoppten ihren Fall, genau so wie die Ölpreise. Das war ein Signal, dass die Gewinnmitnahmen auch auf dem russischen Markt beendet werden sollten", sagte der OLMA-Analyst.

    "Der Handel war ziemlich nervös und zeichnete sich durch hohe Umsätze aus", sagte Wladimir Wedenejew von der Bank Moskaus. Das zeuge davon, dass die Spekulanten keine eindeutige Marktrichtung gewusst hätten.

    Am stärksten gefragt wurden am Dienstag Papiere, die am Vortag am stärksten eingebrochen waren - des Ölförderers Gasprom wie auch des Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel. Eine gute Dynamik hatten auch russische Ölwerte mit Lukoil an der Spitze. Diesen Trend erklärte Wedenejew in erster Linie mit steigenden Ölpreisen auf den internationalen Märkten.

    "Trotz des heutigen Aufschwungs bleiben die weiteren Perspektiven des russischen Aktienmarktes unklar. Wenn sich die Lage auf den internationalen Märkten nicht zum Besseren wendet, kann die heutige Kurskorrektur nach oben nur als eine Zwischenphase betrachtet werden, nach der unweigerlich wieder Gewinnmitnahmen kommen", sagte Wedenejew.

    Gasprom schossen im klassischen RTS-Handel am Dienstag um 11,84 Prozent auf 9,92 Dollar in die Höhe. Werte der Sparbank Sberbank verbuchten einen kräftigen Aufschlag von 13,5 Prozent auf 1555,0 Dollar. Norilsk Nickel gewannen satte 12,86 Prozent auf 118,5 Dollar. Lukoil gingen mit plus 9,26 Prozent auf 76,37 Dollar vom Markt. Titel des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) kletterten um 14,5 Prozent auf 0,62 Dollar.

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