05:48 23 Oktober 2018
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    "Gazeta.Ru": Yukos kann seine ausländischen Vermögenswerte verkaufen

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    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Ein amerikanisches Gericht hat am Donnerstag das Verbot für den Verkauf ausländischer Aktiva der Ölgesellschaft Yukos aufgehoben.

    Bereits am Freitag kann ein Geschäft über den Verkauf eines Kontrollaktienpakets der litauischen Ölraffinerie Mazeikiu Nafta abgeschlossen werden, berichtet die Internetzeitung "Gazeta.Ru". Die Anwärter sind das kasachische Unternehmen KasMunaiGas und die polnische Firma PKN Orlen.

    Offenbar hat das Gericht berücksichtigt, dass die Offerte eines der potentiellen Käufer der Yukos-Anteile an Mazeikiu Nafta am 26. Mai abläuft. Im Falle einer Fortsetzung des Verbots wäre das Geschäft gescheitert.

    "Nun wird das Unternehmen Yukos seine ausländischen Vermögenswerte, darunter auch Mazeikiu Nafta, absetzen können", stellt Maxim Schejin, Leiter der analytischen Abteilung des Investmenthauses Broker-KreditService, fest. "Das wird aber dem Unternehmen nicht helfen, weil diese Mittel nicht ausreichen, um die Rechnungen der Gläubiger zu begleichen."

    Zugleich schließt der Analyst nicht aus, dass bei dem Geschäft Russlands Interessen doch noch in irgendeiner Form berücksichtigt werden. "Der interimistische Yukos-Geschäftsführer Eduard Rebgun ist mit der polnischen Gesellschaft als einem potentiellen Käufer zufrieden, obwohl diese ein Konkurrent von Lukoil ist", sagt Schejin. "Insofern wird es mit einem entfernten Ziel getan. Man kann nicht ausschließen, dass PKN zum Kauf von Mazeikiu Nafta nur unter der Bedingung zugelassen wurde, dass die Polen es später an Lukoil weitergeben werden."

    Diese Umstände können Litauen allerdings zu einem Geschäft mit KusMunaiGas bewegen. Litauens Regierung wird kaum damit einverstanden sein, dass dieses strategisch wichtige Objekt, das der Republik einerseits die Möglichkeit bietet, eine zumindest teilweise Unabhängigkeit von den russischen Energieressourcen zu bekommen, und andererseits ein Lieferer von Ölprodukten nach Europa zu werden, an eine zwar private, aber Kreml-loyale russische Gesellschaft gehen wird. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die litauische Bevölkerung, in der antirussische Stimmungen stark ausgeprägt sind, die Regierung in diesem Fall bei den nächsten Wahlen in die Wüste schicken könnte.

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