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    "Kommersant": Ende der "BRIComanie"?

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    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Der russische Effektenmarkt, der sich nach dem jüngsten Einbruch etwas erholt hat, schwankt derzeit um die 1 400-Punkte-Marke bei einem geringen Handelsumfang.

    Ein radikaler Stimmungswandel hinsichtlich der Entwicklungsmärkte ist zwar bei den globalen Investoren noch nicht eingetreten, dem totalen Enthusiasmus, der in letzter Zeit auf diesen Märkten herrschte, geht aber offenbar die Puste aus, schreibt "Kommersant" am Freitag.

    Der Markt war eindeutig überhitzt. Einen massiven Zustrom vom Mitteln erlebten die Entwicklungsmärkte 2003 nach einem Bericht der Investmentbank Goldman Sachs über die guten Wirtschaftsperspektiven der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China). "Zur gleichen Zeit brachten mehrere größere Investmentbanken, beispielsweise JP Morgan, Berichte über zukunftsreiche Entwicklungswirtschaften", stellt Maxim Schejin, Leiter der analytischen Abteilung der Investmentgesellschaft BrokerKreditService, fest.

    Seit der Zeit ist der Index MSCI EM - der Morgan-Stanley-Index für die Entwicklungsmärkte - von 300 auf rund 800 Punkte gewachsen. Dabei waren die Erfolge der Entwicklungswirtschaften zwar beachtlich, aber nicht so bedeutend wie das Wachstum ihrer Effektenmärkte. So stieg der RTS-Index 2005 um 85 Prozent und das russische BIP um 6,4 Prozent. Insofern war eine Korrektur unvermeidlich.

    Ansichten von Experten hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Situation gehen auseinander. Nach Ansicht von Roland Nash aus dem Unternehmen Renaissance könnte sich die Situation an der russischen Börse infolge der globalen Ursachen verschlechtern, also bei weiterer Zinsenanhebung durch die globalen Zentralbanken oder einen überraschenden Preisverfall bei den Rohstoffen. Es gibt aber auch lokale Risiken, die sich auf Investorenstimmungen auswirken können. Nash ist der Auffassung, dass der politische Kurs Russlands nach dem G8-Gipfel einen destabilisierenden Charakter annehmen könnte.

    Innerhalb Russlands könnte es ebenfalls zu einem Ereignis kommen, nach dem die Korruption in der herrschenden Elite in den Augen der Investmentgemeinschaft das Wachstumspotential des russischen Marktes in den Schatten stellen wird. Als ein negatives Signal erwähnte Roland Nash auch die Gerüchte von einer möglichen Absetzung des Ministers für Wirtschaftsentwicklung und Handel, German Gref.

    Die Großinvestoren, die das Wachstum auf den Entwicklungsmärkten praktisch provoziert haben, sind allerdings vorerst nicht an einem Verkauf ihrer Vermögenswerte in den BRIC-Ländern interessiert, meint Schejin. "Aktien vieler Unternehmen sind derart hoch gestiegen, dass die Investoren einen weiteren etwa 15-prozentigen Kursverfall äußerst schmerzhaft aufnehmen würden."

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