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    Günstige Nachrichtenlage lässt russische Börse anziehen

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    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Die günstige Nachrichtenlage von den Weltmärkten hat die russischen Börsenkurse in der ersten Tageshälfte des Freitags beflügelt. Analysten glauben nicht, dass sich daran bis zum Handelsabschluss etwas ändern wird.

    Mit Stand von 14.00 Uhr Moskauer Zeit hat der RTS-Index gegenüber dem gestrigen Handelsabschluss ein Plus von 3,84 Prozent aufzuweisen, so dass er nun bei 1479,73 Punkten liegt. Der MICEX-Index legte im gleichen Zeitraum um 3,88 Prozent zu und erreichte 1323,86 Punkte.

    Die Verbesserung der aus dem Ausland eintreffenden Meldungen hat die Player, so äußerte der Analyst Pawel Metzger von der Investmentgruppe Amity, "mehr Handlungsfreiheit bei Käufen" auf dem russischen Wertpapiermarkt verschafft.

    "Die Nachfrage hat bisher eher einen spekulativen Charakter, doch könnte sie in den nächsten drei Tagen anhalten. Von gesicherten positiven Prognosen kann jedoch noch nicht die Rede sein. Den durchgängigen Kurseinbruch vom Mai werden die Marktteilnehmer kaum so schnell vergessen. Viele Investoren legen nun große Vorsicht an den Tag, ungeachtet der recht verführerischen Preise. Außerdem wird der Faktor des Leitzinses noch von sich reden machen. Die amerikanischen Investoren reagieren sehr empfindlich auf alle Anzeichen seiner eventuellen Erhöhung", stellte er fest.

    Die Risiken eines erneuten Kurseinbruchs der russischen Börse bleiben deshalb groß, prognostizierte der Analyst.

    "Zumindest das abermalige Überwinden der Schwelle von 1300 Punkten durch den RTS war vollauf zu erwarten. Mittelfristig wird sich auf unserem Markt aber eher der Seitwärtstrend durchsetzen. Kurzfristig gibt es aber die Chance, dass sich das Wachstum fortsetzt. Das Wachstum des RTS-Indexes wird mit 1500 bis 1540 Punkten sein Maximum erreicht haben", sagte der Börsenexperte.

    Die kritische Schwelle, bei der die Kurse erneut ins Schwanken kommen könnten, ist ganz nahe, sagte die Chefanalystin der Europe Trust Bank, Jelena Tschernolezkaja. "Beim RTS ist das die Marke von 1400 Punkten; beim MICEX von 1300 Punkten. Der Markt könnte den Faktor der Überbewertung ausspielen und wiederum zum Einsturz ansetzen. Beim Pokern mit spekulativen Operationen zum Zeitpunkt eines Marktwachstums müssen Papiere, so gut wie es geht, abgestoßen werden, bis sich die Marktpreise nach einem Einbruch wieder auf einem bestimmten Niveau eingepegelt haben. Beim RTS sind das etwa 1390 - 1380 Punkte; beim MICEX 1220 - 1200 Punkte."

    Tschernolezkaja sagt, dass Preisrückgänge beim Erdöl einen Markteinbruch verursachen könnten.

    "Ungeachtet der Konfrontationen hat sich die Lage um Iran bisher noch nicht zugespitzt. Die Angaben über die Erdölreserven der USA zeugen indes davon, dass Rohstoffengpässe bisher nicht drohen. Das ist für unsere Erdölpapiere psychologisch nicht gut", konstatierte Tschernolezkaja.

    Was den Handel vom Freitag angeht, so sagte der Analyst der Investmentgesellschaft IT Invest Dmitri Puschkarjow: "nachdem die stürmische Eröffnung und die Kurserhöhungen auf mehr als 3,5 Prozent überstanden sind, versucht der russische Markt, ohne größere Opfer zu halten, was zu halten ist".

    "Die Mittagspause verschafft den Bullen die Gelegenheit der Besinnung, während sich die Bären von ihrem schweren KO erholen. Der Gerechtigkeit halber muss gesagt werden, dass sich auf dem Markt recht viele überflüssige langfristige Papiere tummeln, die von den Playern in der Hoffnung gehalten werden, dass es schon bald wieder die alten Preise gibt. Schon demnächst, wenn wir erst das Niveau erreichen, von dem aus die Korrekturen eingesetzt haben, wird der Markt die nächsten Erschütterungen im Sinne ‚eines Abstoßens von Papieren' durch die erleben, die darauf nur gewartet haben", stellte er fest.

    Mit Stand von 14.01 Moskauer Uhrzeit stiegen Gasprom-Aktien auf dem klassischen RTS-Handelsplatz gegenüber dem Abschluss von gestern um 4,95 Prozent, Lukoil-Papiere um 4,79 Prozent sowie die Vorzugs- und Stammaktien der RAO UES um 4 Prozent beziehungsweise 3,73 Prozent.

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