04:25 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Sewerstal und Arcelor fusionieren zum weltgrößten Stahlkocher

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Arcelor, Sewerstal und Mittal Steel (38)
    0 0 0

    Der in Luxemburg ansässige Stahlkonzern Arcelor, weltweit Nummer zwei der Branche, hat am Freitag die Fusion mit dem zweitgrößten russischen Stahlkocher Sewerstal bekannt gegeben.

    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Der in Luxemburg ansässige Stahlkonzern Arcelor, weltweit Nummer zwei der Branche, hat am Freitag die Fusion mit dem zweitgrößten russischen Stahlkocher Sewerstal bekannt gegeben.

    Aus einer von der Arcelor-Führung verbreiteten Erklärung geht hervor, dass das Geschäft in einem Volumen von 13 Milliarden Euro im Juli dieses Jahres zu Ende gehen dürfte. Vereinbarungsgemäß wird Sewerstal-Mehrheitseigner Alexej Mordaschow (40) alle seinen Anteile an Stahl produzierenden Strukturen von Sewerstal an Arcelor übereignen. Das betrifft auch das Unternehmen Severstal North America, Sewerstal-Resurs (Eisenerze und Kohle) wie auch den Anteil am italienischen Stahlkocher Lucchini. Darüber hinaus zahlt Mordaschow 1,25 Milliarden Euro an die Luxemburger in bar. Dafür erhält einer der reichsten Männer Russlands 295 Millionen neue Arcelor-Aktien zu einem Preis von je 44 Euro (12,980 Milliarden Euro).

    Somit wird Mordaschow mit einem Anteil von knapp 32 Prozent größter Arcelor-Aktionär. Die Arcelor-Anteilseigner sollen künftig 68 Prozent an dem neuen Unternehmen halten.

    In der Erklärung heißt es, Mordaschow werde das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates des fusionierten Unternehmens ohne Exekutivrechte innehaben. Er wird berechtigt sein, sechs der 18 Mitglieder des Gremiums zu ernennen. Dabei ging Mordaschow die Verpflichtung ein, mit seinen Aktien gemäß Empfehlungen des Aufsichtsrates zu stimmen, von jeglichen Transaktionen mit seinem Anteil im Laufe von vier Jahren abzusehen und seine Arcelor-Aktien nicht im Laufe von fünf Jahren zu verkaufen. Joseph Kinsch bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrates und Guy Dolle Präsident der vergrößerten Arcelor. Neun der 18 Mitglieder des Aufsichtsrates werden unabhängig sein.

    Gleich nach der Bekanntgabe der Zusammenlegung schossen Sewerstal-Werte an der Moskauer MICEX-Börse um 21 Prozent und im klassischen Handel an der RTS-Börse um 23,7 Prozent in die Höhe. Die Fusion wird es Arcelor gestatten, zum Branchenführer aufzusteigen und die feindliche Übernahme durch den derzeit größten Stahlproduzenten, Mittal Steel, endgültig abzuwehren.

    Experten zufolge wird die Zusammenführung beider Unternehmen die weitere Konsolidierung der Metallurgiesparte in Russland zur Folge haben. "Wir werden Zeugen einer weiteren Konsolidierung sein, die Not tut und auf die die Branche selbst angewiesen ist", sagte Andrej Litwin von der MDM-Bank nach Angaben der Nachrichtenagentur RBC. Aber die Position der Behörden zu weiteren Fusionen russischer und ausländischer Unternehmen bleibe noch unklar. "Für die weitere Konsolidierung sind drei Komponenten erforderlich: Der Wille westlicher Unternehmer, der Wille russischer Geschäftsleute und der Wille der Behörden. Derartige Zusammenlegungen müssen von der Landesführung gebilligt werden.

    Arcelor erwirtschaftete im ersten Quartal 2006 einen Reingewinn von 761 Millionen Euro, 19,8 Prozent weniger als in den ersten drei Monaten 2005. Im Berichtszeitraum nahm der Luxemburger Stahlkonzern 9,57 Milliarden Euro ein, was um 17,3 Prozent mehr ist als im ersten Quartal des Vorjahres.

    Sewerstal erzielte 2005 einen nach russischer Methode berechneten Reingewinn von über 34,3 Milliarden Rubel (knapp 1 Milliarde Euro). 2005 produzierte Sewerstal 17,1 Millionen Tonnen Stahl. Die Einnahmen beliefen sich auf 5,9 Milliarden Euro.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Arcelor, Sewerstal und Mittal Steel (38)