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    Russischer Aktienmarkt schloss knapp behauptet - Hohe Volatilität

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    MOSKAU, 29. Mai (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat am Montag nach klarem Plus im Tagesverlauf knapp behauptet geschlossen. Analysten zufolge wird die hohe Volatilität auch am Dienstag anhalten.

    Der Leitindex RTS notierte mit minus 0,2 Prozent bei 1492,08 Punkten. Der Umsatz im klassischen RTS-Handel nahm um 10 Millionen auf 78 Millionen US-Dollar zu. Der MICEX-Index verlor 2,1 Prozent auf 1313,85 Punkte.

    Gleich zu Beginn der Sitzung setzte sich bei fast allen Schwergewichten ein Aufwärtstrend durch. Gestützt hätten dabei feste US-Indizes, sagten Analysten. Wenige Minuten nach Eröffnung des Handels kletterte der RTS-Index über die psychologisch wichtige Marke von 1500 Punkten. Am späten Nachmittag hat sich die Situation verschlechtert. Die meisten Blue Chips gaben nach und drückten den Index ins Minus.

    "Der Handel eröffnete am Montag sogar besser als erwartet", sagte Wadim Sujew vom Investmenthaus Russische Finanztraditionen. "Nach dem frühen Sprung hielt das Wachstum unaufhaltsam an, bis die Spekulanten keine Lust mehr hatten. Angesichts des ausbleibenden Metall- und Ölhandels (infolge eines Feiertages in Großbritannien und den USA) war die Situation an europäischen Börsen für den russischen Markt ausschlaggebend, die am Montag allerdings wiedersprüchlich war." Belastet habe nach Ansicht des Experten auch die Entwicklung auf dem Edelmetallmarkt. Die Goldpreise hätten seitwärts in Richtung Minus tendiert und schwankten um die Marke von 650 Dollar je Unze, sagte Sujew.

    Vor dem Hintergrund fehlender Anleger aus den USA und Großbritannien habe es auf dem russischen Markt keine klaren Orientierungspunkte gegeben. Deshalb sei der Aufwärtstrend erstickt, sagte Andrej Wernikow von Aton-Line.

    "Die durch Volatilität gekennzeichnete Dynamik auf dem Aktienmarkt und das Fehlen einer einheitlichen Richtung waren dadurch bedingt, dass russische Investoren nicht entschlossen genug waren, ihre Handelsstrategien vor dem Hintergrund der geschlossenen Finanzmärkte in den USA und Großbritannien zu realisieren", sagte Andrej Roschkow von der Investitionsgruppe Capital.

    "Deshalb wurde der Sprung in den ersten Handelsstunden, gestützt durch hohe Rubelliquidität der Anleger, zum Ausklang des Börsenhandels als eine Möglichkeit für Gewinnmitnahmen aufgefasst", so Roschkow. Makroökonomische US-Vorgaben zeigten sich nach Ansicht von Jelena Tschernolezkaja von der Europäischen Trust-Bank besser als erwartet, zeugen aber nicht von einer Verbesserung der Wirtschaftslage. "Das bedeutet, dass Mittel von Schwellenmärkten immer noch an andere Märkte umgepumpt werden. Die US-Notenbank Fed hat anscheinend keine Pläne, auf weitere Leitzinserhöhungen zu verzichten. Das heißt, dass amerikanische Anleihen für westliche Investoren attraktiver sein werden als instabile Papiere auf Emerging Markets", sagte die Expertin.

    Formeller Grund für die Kehrtwende auf dem Markt könnte nach ihren Worten der Preisverfall bei Rohöl sein. "Ungeachtet der Konfrontation wird die Situation um den Iran bislang nicht schlimmer. Angaben über US-amerikanische Ölvorräte zeugen davon, dass es nicht zu einem Mangel an Treibstoffen kommt. Für diese Woche rechnen wir mit einem Seitwärtstrend mit leicher Minustendenz. Sollte der Druck ausländischer Investoren verstärkt werden, dürfte der RTS-Index in wenigen Tagen auf 1200 fallen", sagte Tschernolezkaja.

    Aktien des weltweit größten Gasförderers, Gasprom, sanken im klasssichen RTS-Markt in Moskau um 3,06 Prozent auf 10,47 Dollar. Papiere des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) büßten um 1,57 Prozent auf 0,625 Dollar ein. Titel des Ölförderers LUKoil verbilligten sich um 2,8 Prozent auf 81,65 Dollar. Werte des großen Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel schlossen knapp behauptet mit minus 0,38 Prozent bei 130,0 Dollar. Dagegen legten Aktien des Telekomkonzerns Rostelekom um 2,98 Prozent auf 3,63 Dollar zu. Titel des Stahlkochers Sewerstal profitierten weiter an der Nachricht über die Fusion mit dem weltweit zweitgrößten Stahlproduzenten, Arcelor (Luxemburg). Zum Börsenschluss notierte das Papier 2,33 Prozent höher bei 13,2 Dollar.

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