05:59 18 Oktober 2017
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    Moskauer entgehen mit 52 Euro pro Monat dem Hungertod

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Novosti). Ein gesunder erwachsener Mensch in der russischen Hauptstadt braucht für seine Ernährung pro Monat ungefähr 52 Euro (1 805 Rubel), meint der Föderale Dienst für Staatsstatistik Russlands, der den minimalen Warenkorb errechnet hat, der im Mai für den Lebenserhalt erforderlich war.

    Die Kosten für die Ernährung sind im Mai in der russischen Hauptstadt gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zurückgegangen. Allerdings sind sie seit Jahresbeginn um 10,4 Prozent in die Höhe geschnellt. Im gesamten Land stiegen sie indessen gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent auf 1 506 Rubel und liegen damit um 11,6 Prozent über den Kosten von Anfang des Jahres. In Sankt Petersburg braucht man 1 596,80 Rubel zum Überleben, also 0,3 Prozent mehr gegenüber dem April und 10 Prozent mehr gegenüber dem Jahresbeginn.

    Nach Angaben des Statistikamtes sind die Kosten für die Ernährung in Tschukotka, im äußersten Nordosten des asiatischen Teils Russlands, am Höchsten. Es müssen mindestens 5 351 Rubel oder 155 Euro aufgebracht werden, wenn man überleben will. Am Billigsten ist das Leben in der Autonomen Republik Tschuwaschien im Wolgagebiet, wo 1 228 Rubel, also etwas weniger als 36 Euro, ausgegeben werden müssen, um nicht Hungers zu sterben.

    In der neuen Fassung des Gesetzes "Über das Existenzminimum", welches die russische Staatsduma erst kürzlich verabschiedet hat, wird der Warenkorb als Minimalplanke der Nahrungsmittel, Industriewaren und Dienstleistungen definiert, die für die Gesunderhaltung und die Gewährleistung der Lebenfähigkeit notwendig sind. Das Existenzminimum ist demgegenüber laut Gesetz der wertmäßige Ausdruck des Warenkorbs. Dazu kommen außerdem noch verbindliche Kosten und Gebühren.

    In Moskau beläuft sich der Warenkorb (Existenzminimum) auf 4 500 Rubel, was weit über dem Durchschnitt des Landes liegt (2600 Rubel).

    Nach Berechnungen russischer Fachleute weicht der Warenkorb immer stärker von der absolut erforderlichen Mindestgröße ab, die gebraucht wird, um eine einfache Reproduktion der Bevölkerung zu gewährleisten. Ihren Zahlen nach wird der Warenkorb nur mit 50 Prozent, bestenfalls mit 75 Prozent des tatsächlich Erforderlichen veranschlagt. Auf diese Weise werden auch falsche Signale für die staatliche Sozialpolitik, für die Wirtschaft und die zivilgesellschaftlichen Strukturen gesetzt. Der wertmäßige Ausdruck, das Existenzminimum, müsste sich gegenwärtig auf nicht weniger als 7 000 bis 8 000 Rubel pro Monat und Person belaufen.

    Der Anteil der Nahrungsmittel an der Struktur der Ausgaben, die die Bevölkerung hat, dient als ein gewisser Indikator für den Armutsgrad. Wenn für die Ernährung 50 Prozent ausgegeben werden, dann ist das ein untrügliches Anzeichen für extremes Elend. Für die Periode der nächsten 5 Jahre wird eine Normativzahl von 45,8 Prozent zugrunde gelegt, was der Schwelle zwischen Armut und Elend entspricht. In den entwickelten Ländern sind die Proportionen ganz andere: In den USA beträgt die Kennziffer 9 Prozent und in Kanada 11 Prozent.