05:52 18 Oktober 2017
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    "Bisnes": Iljuschin-86 wird nach EU-Standards modernisiert

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    MOSKAU, 08. Juni (RIA Novosti). Die russische Maschine vom Typ Iljuschin-86 wird demnächst wieder nach Europa fliegen können.

    Der Flugzeugbaukonzern "Iljuschin" bietet gemeinsam mit der Forschungs- und Produktions-Vereinigung "Saturn" Fluggesellschaften an, diese Maschinen mit neuen Triebwerken auszustatten, die den modernen Anforderungen gewachsen sind, berichtet die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Donnerstag. Dadurch könnte die Lebensdauer der Maschinen nach Ansicht von Marktteilnehmern um zehn Jahre verlängert werden.

    Nach den Worten von Juri Judin, Erster Stellvertreter des Generaldirektors des "Iljuschin"-Konzerns, entspricht der Antrieb vom Typ D-30KP "Burlak" dem Artikel vier der ICAO-Anforderungen beim Lärmpegel und den ICAO-Umweltbelastungsnormen von 2004 sowie weist die vorgeschriebene Ressource von 20 000 Flugstunden auf.

    Seit der Verhärtung der Lärm- und Abgasnormen im Jahre 2004 können die Iljuschin-86 nicht mehr nach Europa fliegen. Maschinen dieses Typs sind bei den Fluggesellschaften Aeroflot, S7 (ehem. Sibir), Uralskije avialinii, KrasAir, GTK Rossija und Atlant-Sojus im Einsatz.

    Die Meinungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Effektivität der geplanten Aktion gingen auseinander. Bei einer Fluggesellschaft hieß es, es bestehe kein Interesse an diesem Projekt. "Die Il-86 sind in Bezug auf den Treibstoffverbrauch uneffektiv, heute sind aber alle bestrebt, möglichst sparsame Maschinen zu kaufen", meinte der Sprecher der Fluggesellschaft.

    Bei Aeroflot und S7 hieß es dagegen, die Möglichkeiten für eine Modernisierung ihrer Flugzeuge werden geprüft. Bei Atlant-Sojus hieß es: "Wenn das Projekt einen realen Start bekommt, sind wir bereit, es zu unterstützen." Laut einem Sprecher dieses Unternehmens würde die Modernisierung die Möglichkeit bieten, diese Maschinen noch zehn Jahre lang einzusetzen. Für Sergej Skuratow, Generaldirektor der Gesellschaft Uralskije Avialinii, werden die Kosten des Triebwerkwechsels entscheidend sein. "Wenn uns der Preis genehm ist, wird das eine prima Maschine", sagte er. "Selbst bei Linienflügen nach Europa würde ihr Einsatz einträglich sein."

    Im Pressedienst der Forschungs- und Prodktions-Vereinigung "Saturn" hieß es, ein Triebwerk des Typs D-30KP "Burlak" koste 1,3 Millionen Dollar. In dem Fall würde die Neuausrüstung eines Flugzeugs mindestens 6,5 Millionen Dollar kosten, stellt Oleg Pantelejew, Leiter der analytischen Abteilung des Informportals "Aviaport", fest. Nach seiner Ansicht werden die Fluggesellschaften zunächst ein reales Triebwerk und eine mit D-30KP-Antrieben ausgestattete und zugelassene Maschine sehen wollen, bevor sie sich zu Bestellungen entscheiden.