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    Russische Börse setzt Sturzflug fort - Schwache internationale Indizes belasten

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    MOSKAU, 08. Juni (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat am Donnerstag mit klaren Verlusten geschlossen. Die meisten Analysten geben weiterhin negative Prognosen.

    Der russische Leitindex RTS büßte um 4,91 Prozent auf 1361,12 Punkte ein. Der Umsatz im klassischen RTS-Handel schrumpfte weiter auf 38 Millionen US-Dollar. Der MICEX-Index verlor 7,7 Prozent auf 1173,11 Punkte.

    Der äußerst negative Nachrichtenhintergrund hatte Analysten zufolge gleich zu Beginn der Sitzung einen jähen Rückgang der Notierungen bei allen Schwergewichten zur Folge. Bereits in der ersten Handelsstunde unterbot der RTS-Index die psychologisch wichtige Marke von 1400 Punkten. Gegen Mittag hat sich die Situation etwas stabilisiert: Das Absacken wurde gestoppt, das Hauptbarometer des russischen Effektenmarktes tendierte größtenteils seitwärts.

    "Das Geschäft am Donnerstag begann mit einem Preisverfall: Die Blue Chips wurden durch schwache internationale Indizes ins Minus gedrückt", sagte Dmitri Kulakow vom Investmenthaus OLMA. "Gegen Mittag ebbte die Verkaufswelle ab, aber ein Aufwärtstrend konnte sich nicht durchsetzen, weil Investoren die weitere Senkung an anderen großen Aktienmärkten befürchteten. Hemmender Faktor waren auch sinkende Ölpreise", sagte der Analyst.

    "Mittelfristig wird die Situation nicht besonders erfreulich sein", sagte Sergej Below vom Investmenthaus FinAm. "Die Wahrscheinlichkeit des weiteren Rückgangs auf dem russischen Markt ist sehr groß. Die beste Strategie unter diesen Bedingungen besteht darin, die Entwicklung von der Seite zu beobachten."

    "Der russische Aktienmarkt bleibt weiterhin äußerst sensibel gegenüber äußeren Faktoren, vor allem gegenüber makrostatistischen US-Vorgaben", sagte Wladimir Wedenejew von der Bank Moskaus. Von großem Interesse dürften Inflationsdaten sein, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden sollten.

    Nach Worten von Pawel Metzger von der Investitionsgruppe Amity erschwert die starke Volatilität des russischen Aktienmarktes weitere kurzfristige Prognosen. "Im Großen und Ganzen wird der Markt durch zwei Gruppen entgegengesetzter Faktoren beeinflusst. Äußere Faktoren sind negativ und innere im Gegenteil positiv. Bislang gewinnen die äußeren Faktoren wie schwache internationale Indizes und die negative Dynamik an Rohstoffmärkten die Oberhand. Zugleich lässt das Positive (auf korporativem und makroökonomischem Niveau) nicht nach, was von einem anhaltend großen Potenzial unseres Marktes zeugt", betonte der Experte.

    "Eine Verbesserung der Außenkonjunktur würde es russischen Schwergewichten eine Korrektur nach oben ermöglichen. Dabei könnte der Sprung jäh und ziemlich stark sein. Mittelfristig wird der Aktienmarkt seitwärts tendieren", sagte Metzger.

    Aktien des Gasförderers Gasprom notierten zum Börsenschluss mit minus 7,61 Prozent bei 9,47 Dollar. Papiere des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) rutschten um 6,65 Prozent auf 0,59 Dollar ab. Titel des großen Ölförderers LUKoil schlossen 5,37 Prozent schwächer bei 70,5 Dollar. Werte der Sparkasse Sberbank büßten um 1,83 Prozent auf 1610,0 Dollar ein.

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